Firmen wie UBS, Credit Suisse und Julius Bär beschäftigen bereits Hunderte von Bankern in Singapur und haben kleinere Teams an Standorten wie Zürich, die sich Kunden aus dem Grossraum China widmen. Dazu gehört auch Hongkong.

Im Zentrum des Ausbau-Pläne stehe Singapur. Die Nachfrage nach Bankern in dem Stadtstaat zog seit vergangenem Jahr an, als die Proteste in Hongkong Kunden dazu brachten, alternative Standorte für ihre Vermögen ins Auge zu fassen. Das von China geplante Sicherheitsgesetz für Hongkong, das Bürgerrechtlern und Demonstranten zufolge zu mehr Einfluss der Regierung in Peking führen könnte, hat Spekulationen über eine Kapitalflucht verschärft.

Zweiter Heimmarkt für Julius Bär

«Da die Kundenanfragen aus China und Hongkong zunehmen, ist jeder darauf bedacht, Banker an sich zu binden, bevor das Angebot zur Neige geht», sagte ein Banker einer der drei führenden Vermögensverwaltungsfirmen in Asien. «Sogar während des virusbedingten Lockdown in Singapur haben einige Banken begonnen, Kandidaten über Videoanrufe anzugehen, weil der Pool an Mandarin sprechenden Private Bankern dort nicht sehr gross ist.»

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David Shick, der das Private Banking für den Grossraum China bei Julius Bär leitet, erklärte, Asien sei der zweite Heimmarkt des Unternehmens. "Wir werden weiterhin die besten und richtigen Talente an den Standorten Singapur und Hongkong einstellen." Die Credit Suisse und die UBS, die in den vergangenen Monaten in China und Hongkong selektiv ebenfalls Neueinstellungen vorgenommen hatten, lehnten eine Stellungnahme ab.

(awp/tdr)