Der Kakao-Verarbeiter Barry Callebaut ist im ersten Semester des Geschäftsjahres 2019/20 – per Ende März – zwar gut gewachsen, aber weniger schnell als erwartet. Die Gewinnzahlen waren derweil knapp im Rahmen der Schätzungen. Wegen der Corona-Krise gibt sich der weltgrösste Schokoladenhersteller zwar vorsichtig, bestätigt aber den Mittelfristausblick.

Von September 2019 bis Februar 2020 steigerte Barry Callebaut das Verkaufsvolumen um 5,4 Prozent auf 1,1 Millionen Tonnen Schokolade. Nach einem Plus von 8,2 Prozent im ersten Quartal hat sich das Geschäft im zweiten Quartal damit wie erwartet deutlich verlangsamt.

Die Verkaufsmenge allein im Schokoladengeschäft stieg um 5,2 Prozent. Alle Regionen und zentralen Wachstumstreiber hätten zu diesem Wachstum beigetragen, teilte das Zürcher Unternehmen mit.

204 Millionen Gewinn

Der Umsatz stieg in Lokalwährungen mit 5,8 Prozent etwas stärker als das Volumen, in Franken ergab sich ein Plus von 2,4 Prozent auf 3,76 Milliarden Franken.

Die Gewinnzahlen stiegen in ähnlichem Rahmen. Der bereinigte EBIT nahm um 3,1 Prozent auf 311 Millionen Franken zu. Unter dem Strich verblieb ein Konzerngewinn von 204 Millionen Franken, was einem Anstieg von 3,1 Prozent in Franken bzw. 7,5 Prozent in Lokalwährungen entspricht. Der Anstieg sei durch die niedrigeren Netto-Finanzierungskosten unterstützt worden, heisst es dazu.

Man habe bisher keine grösseren Unterbrechungen der Produktionstätigkeit verzeichnet, heisst es zur Corona-Pandemie. Während das Industriekundengeschäft und Global Cocoa weniger stark betroffen seien, leide die Verkaufsmenge im Gourmet-Geschäft unter den Beschränkungen bei Geschäften und Restaurants.

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Mittelfristziele bleiben

In China gebe es derweil Anzeichen für eine starke Erholung der Nachfrage. Das allgemeine Fortschreiten der Pandemie sei jedoch nach wie vor ungewiss und lasse sich nur schwer vorhersagen. Aufgrund der Unsicherheit auf den Finanzmärkten habe man vorsichtshalber aber die revolvierende Kreditfazilität von insgesamt 1 Milliarde Euro mit einer Laufzeit von sechs Monaten in voller Höhe in Anspruch genommen.

Die Auswirkungen auf Geschäftswachstum und Profitabilität könnten zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht quantifiziert werden, heisst es weiter. «In der Zwischenzeit bleiben wir unseren Mittelfristzielen verpflichtet, die mit dem Geschäftsjahr 2021/22 enden», sagte CEO Antoine de Saint-Affrique in der Mitteilung. 

Barry Callebaut will laut den mittelfristigen Zielen ein jährliches Verkaufsmengenwachstum von 4 bis 6 Prozent sowie eine über diesem Wachstum liegende EBIT-Steigerung in Lokalwährungen erzielen.

(AWP – rap)