Die Genfer Unikliniken HUG hat eine erste Studie durchgeführt, mit der sich ungefähr abschätzen lässt, wie verbreitet das Covid-19-Virus in einer Region ist. Bei Proben bei einer repräsentativen Auswahl von Bürgern ergab die Seroprävalenz-Studie einen Wert von mindestens 5,5 Prozent.

Damit hätten sich rund 27'000 Personen im Kanton bereits mit dem Virus infiziert; abgeschlossen wurde die Erhebung am 17. April. Die Quote läge damit 5 bis 6 Mal höher als bislang gemessen. In Genf wurden bis am 22. April gut 4'800 Personen positiv getestet; der Stadtkanton hat die höchste Inzidenz in der Schweiz, also die höchste Quote an Infizierten pro 100'000 Einwohner.

Die Forscher der Hôpitaux universitaires de Genève griffen in ihrer Studie auf Teilnehmer der jährlichen Gesundheitsumfrage im Kanton zurück. Insgesamt 760 Menschen wurden dann mit einem spezifischen Antikörper-Test untersucht.

Bundesrat und Gesundheitsminister Alain Berset kam am Mittwoch in Bern kurz auf das Ergebnis zu sprechen: Die ersten grossen Antikörper-Tests in der Schweiz zeigten, dass die Infektionen noch weit unter 10 Prozent liegen. Die Schweiz sei damit noch weit davon entfernt, auf die positive Wirkung einer breiten Immunität setzen zu können. 

(rap)