Die britische Wirtschaft ist im Frühjahr wegen der Corona-Pandemie in Rekordtempo abgestürzt. Das Bruttoinlandsprodukt brach von April bis Juni um 20,4 Prozent zum Vorquartal ein, wie das Statistikamt am Mittwoch in London mitteilte.

Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten mit einem Minus in dieser Grössenordnung gerechnet. Zum Vergleich: Die deutsche Wirtschaft schrumpfte im zweiten Quartal mit 10,1 Prozent nur etwa halb so stark.

Nach Prognose der britischen Notenbank wird das Bruttoinlandsprodukt dieses Jahr wegen der Pandemie insgesamt um 9,5 Prozent fallen - ein Konjunktureinbruch, wie ihn Grossbritannien seit rund 100 Jahren nicht mehr erlebt hat. Nächstes Jahr soll dann ein Wachstum von neun Prozent folgen. Die Krise hinterlässt deutliche Spuren am Arbeitsmarkt: Im zweiten Quartal wurden so viele Jobs vernichtet wie seit der Finanzkrise 2009. Die Zahl der Beschäftigten fiel von April bis Juni um 220.000.

(reuters/tdr)