Das kündigte Bundesrat Alain Berset an. Bereits ab dem 7. April seien «gute Mengen» verfügbar, sagte der Gesundheitsminister in der Samstagsrundschau des Schweizer Radio und Fernsehens. Danach werde es immer schneller möglich sein, diese Selbsttests zu erhalten.

Seit Mitte März übernimmt der Bund die Kosten für alle Coronatests, unabhängig von der Symptomlage. Das Ziel des Bundes ist es, dass sich 40 Prozent der Bevölkerung wöchentlich testen. Bis jetzt waren aber erst Schnell- und PCR-Tests zugelassen und diese mussten von Fachpersonen durchgeführt und in Labors analysiert werden.

Mit den Selbsttests hingegen können sich Patienten mittels eines einfachen Nasenstäbchens zuhause selber auf das Coronavirus testen. Der Test verwendet Proben von der vorderen Partie der Nase statt aus dem Nasen-Rachen-Raum. Sobald die Tests erhältlich sind, kann jede Person in der Schweiz pro Monat fünf Kits kostenlos in einer Apotheke beziehen.

In einer Pandemie gebe es immer Knappheiten, sagte Berset. Deswegen brauche es auch noch ein wenig Zeit, bis alles gut funktioniere. Aber das werde sehr rasch der Fall sein. Leider reiche es für die Selbsttest nicht mehr vor Ostern. «Aber wir sind eine Woche früher als geplant.»

Am Mittwoch hatte die Direktorin des Bundesamtes für Gesundheit, Anne Lévy, angekündigt, die Selbsttests würden «in ein paar Wochen vorliegen». Momentan bearbeite die Schweizer Heilmittelbehörde Swissmedic eine Ausnahmebewilligung für solche Selbsttests. Um welches Produkt es sich handelt, wurde nicht kommuniziert.

Mindestens drei Kandidaten

Bekannt ist, dass die Pharmakonzerne Roche und Siemens nach der Genehmigung ihrer Corona-Schnelltests für den professionellen Gebrauch durch das BAG beim Heilmittelinstitut Swissmedic eine Erlaubnis für den Einsatz ihrer Selbsttests beantragen werden. Das bestätigten die beiden Unternehmen gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. In Deutschland sind die Selbsttests bereits im Einsatz.

Ein Gesuch für einen Spucktest reichte die Firma Zanella bereits am 21. Januar beim BAG ein. Zanella ist Vertriebspartner der Deutschen Gesellschaft zur Forschung, Entwicklung und Distribution von Diagnostika im Blutspendewesen (GEF). Auch dieser Test ist in Deutschland und Österreich bereits zugelassen. Eine Antwort des BAG stehe aber noch aus, hiess es auf Anfrage.

(sda/dhü)