Die Untersuchung soll voraussichtlich mehr als 35'000 Probanden an Standorten in Europa und Lateinamerika umfassen. Erste Ergebnisse aus der Studie erwartet CureVac im ersten Quartal nächsten Jahres, wie Vorstandschef Franz-Werner Haas im Interview mit Reuters-TV sagte. Im zweiten Quartal könnte der Corona-Impfstoff dann Zulassungen erhalten.

«Die Realität zeigt uns, dass wir in Europa von der zweiten Welle stark getroffen sind», sagte Haas. Der Impfstoff solle in Europa in Deutschland, in Belgien, Spanien und in den Niederlanden getestet werden sowie in Argentinien, Kolumbien, der Dominikanischen Republik, Mexiko, Panama und Peru. Ziel sei es, bei positiven Studiendaten im ersten Quartal den Einreichungsprozess bei den Regulierungsbehörden für eine Zulassung einzuläuten.

Der Impfstoff von CureVac gehört zu einem von drei deutschen Projekten, die von der Bundesregierung mit einem Sonderprogramm von rund 750 Millionen Euro finanziell unterstützt werden. CureVac erhält daraus bis zu 252 Millionen Euro. Die Europäische Kommission hat sich von dem Unternehmen, an dem der Bund über die Förderbank KfW knapp 17 Prozent hält, bereits bis zu 405 Millionen Impfdosen gesichert. Aus der Phase-1-Studie mit dem Vakzin hatte Curevac im November positive Zwischenergebnisse veröffentlicht.

Anzeige

Der Impfstoff von Curevac basiert wie der von Biontech auf der so genannten Boten-RNA (mRNA), die den menschlichen Zellen die Information zur Bekämpfung von Krankheitserregern vermitteln soll. Das Vakzin von Biontech und seinem Partner Pfizer erhielt bereits in einigen Ländern Notfallzulassungen, Großbritannien begann bereits in der vergangenen Woche mit der Impfung seiner Bevölkerung. Auch in den USA und Kanada stehen Massenimpfungen kurz bevor.

USA hat nicht Vorrang

Curevac will sich bei der Zulassung seines Impfstoffs zunächst auf Länder ausserhalb der USA konzentrieren, wie Haas sagte. Die USA hätten sich bereits auf eine Reihe anderer Impfstoffprojekte festgelegt, darunter neben Biontech/Pfizer auch die von Moderna, AstraZeneca und Johnson & Johnson. Sie seien damit durch Vorverträge mit den Impfstoffherstellern bereits gut versorgt. «Der Bedarf ist weltweit ja gegeben, von daher ist das jetzt nicht Fokus dessen, worauf wir uns jetzt konzentrieren.» 

Dass die USA aber grundsätzlich als Markt ausserhalb der pandemischen Anwendung interessant seien, stehe außer Zweifel. "Deshalb sind wir natürlich auch mit regulatorischen Behörden in den USA im Austausch."