Der langjähriger Star-Moderator der RTS-Tagesschau hatte die Vorwürfe immer zurückgewiesen und nach der Veröffentlichung des Artikels im Oktober 2020 Klage gegen die «Le Temps» eingereicht.

Nun hat er diese zurückgezogen, wie am Freitag mehrere Medien berichteten. Rochebin wollte sich gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA dazu nicht äussern. Sein Anwalt, Vincent Solari, bestätigte den Rückzug der Klage jedoch. Dieser sei nach einer «Vereinbarung mit der Ringier-Gruppe» entstanden, die zum Zeitpunkt des Erscheinens des Artikels Aktionärin der «Le Temps» war.

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Einigung beendet Streit

Ein Ringier-Sprecher bestätigte ebenfalls das Fallenlassen der Klage. Es sei eine Einigung erzielt worden, sagte Mike Pelzer gegenüber Keystone-SDA. Mehr dazu wolle man nicht sagen.

Die «Le Temps» veröffentlichte auf ihrer Website eine kurze Erklärung, in der die Zeitung auf die journalistische Qualität der Ende Oktober 2020 veröffentlichten Untersuchung hinwies. Die drei Journalisten wurden für den Artikel mit dem Swiss Press Award ausgezeichnet.

Im Artikel wurde unter Berufung auf anonyme Quellen enthüllt, dass es innerhalb von RTS während Jahren zu Mobbing und zu sexueller Belästigung gekommen ist. Die Befragten berichteten in der Recherche von offener Belästigung, ungewollten Küssen, anzüglichen Kommentaren und systematischem Machtmissbrauch.

Rochebin wieder auf Sendung

Angeschuldigt wurden drei Mitarbeiter, darunter auch Rochebin. Die Direktion und die Personalverantwortlichen von RTS hätten konsequent weggeschaut.

Rochebin hatte das Westschweizer Fernsehen im September 2020 verlassen und war zum französischen Sender LCI gewechselt. Dort zog er sich nach der Veröffentlichung des Artikels vorübergehend zurück. Nachdem er im April von einer internen Untersuchung der SRG entlastet worden war, kehrte er an den Bildschirm zurück.

Die von der SRG eingesetzten unabhängigen Sachverständigen kamen zum Schluss, dass sich Rochebin weder der sexuellen Belästigung noch des Mobbings schuldig gemacht habe.