Die Währungshüter der EZB halten trotz des jüngsten Anstiegs von Staatsanleihe-Renditen der Euro-Länder das Gesamtvolumen ihres Krisen-Kaufprogramms immer noch für ausreichend. Es habe unter den Teilnehmern der März-Zinssitzung breite Übereinstimmung gegeben, den Kaufrahmen des Notfallprogramms PEPP nicht in Zweifel zu ziehen, hiess es im Protokoll der Sitzung, das die Notenbank am Donnerstag veröffentlichte.

Einer Erhöhung der Kaufgeschwindigkeit stimmten die Euro-Wächter unter der Voraussetzung zu, dass diese künftig auch wieder verringert werden könne, wie aus der Mitschrift der Diskussionen hervorgeht.

Keine Verschärfung der Finanzierungsbedingungen

Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte im März beschlossen, das Tempo ihrer PEPP-Anleihenkäufe im zweiten Quartal deutlich zu erhöhen im Vergleich mit den ersten Monaten des Jahres. Den anvisierten Kaufrahmen des Programms von 1,85 Billionen Euro tasteten sie aber nicht an. Auch an den Leitzinsen, die seit März 2016 auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent liegen, rüttelte sie nicht.

Mit dem höheren Tempo will die EZB den jüngsten Anstieg der Renditen von Staatsanleihen der Euro-Länder eindämmen. Diese dienen Banken als Orientierungshilfe, wenn sie die Zinskonditionen für Kredite festlegen. Eine Verschärfung der Finanzierungsbedingungen inmitten der Pandemie will die Notenbank aber vermeiden.

Symmetrische Flexibilität

«Es wurde unterstrichen, dass die im PEPP eingebaute Flexibilität symmetrisch ist, woraus folgt, dass das Kauftempo je nach Marktbedingungen erhöht und gesenkt werden kann», hiess es im Protokoll. Sollte es möglich sein, günstige Finanzierungsbedingungen zu bewahren ohne den gesamten Kaufrahmen zu nutzen, müsse dieser nicht voll ausgeschöpft werden.

Auf der Sitzung wurde zudem angemerkt, dass der EZB-Rat den Eindruck vermeiden müsse, er fokussiere sich zu stark auf die Renditen von Staatsanleihen oder er reagiere mechanisch auf Veränderungen von Kennzahlen zu den Finanzierungsbedingungen.

(reuters/gku)