Ein Award, der auf 25’000 Franken dotiert ist, verliehen von einer sehr prominenten Jury: Das ist der Green Business Award. Jährlich werden 39 Unternehmen nominiert für ihre nachhaltigen Lösungen.

«In der Wirtschaftswelt braucht es Leute, die vorangehen. Gerade in Bezug auf Green Business gab es in der Schweiz lange Vorurteile: zu grün, zu viele Kostenfaktoren, nicht profitabel», sagte alt Bundesrätin Doris Leuthard gegenüber der «Handelszeitung» im vergangenen Juli. «Mit diesem Award beweisen wir das Gegenteil: Wir suchen innovative und zukunftsfähige Lösungen.»

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Pouletfleisch überzeugte die Jury

Eine erste Vorentscheidung traf die bunt gemischte Jury bereits im Juli: Vertreterinnen und Vertreter der 39 Unternehmen pitchten ihre Innovation, überzeugen konnten die Jury dabei das Startup Planted, das Jungunternehmen Energy Vault und der Traditionsbetrieb Kyburz.

Heute, am Swiss Sustainability Forum in Bern, wurde die Gewinnerin bekannt gegeben: die Pouletfleisch-Alternativen aus Erbsenproteinen von Planted.

Jury Green Business Award

  • Doris Leuthard, Jurypräsidentin
  • Daniel Bloch, VRP & CEO Camille Bloch SA
  • Franco Chicherio, CEO Technopark Luzern
  • Roberto Cirillo, CEO Schweizerische Post
  • Cornelia Diethelm, Founder Centre for Digital Responsibility
  • Prof. em. Dr. Thomas Dyllick, Professor em. für Nachhaltigkeitsmanagement, HSG
  • Roman Hirsbrunner, CEO Jung von Matt/Limmat
  • Dominik Isler, Co-Founder Linden Live Learning Labs
  • Prof. Dr. Reto Knutti, Professor für Klimaphysik, ETH Zürich
  • Patrizia Laeri, Wirtschaftsjournalistin des Jahres 2019, Ökonomin und TopVoice LinkedIn DACH
  • Patrick Odier, Senior Managing Partner und geschäftsführender Teilhaber Lombard Odier
  • Bertrand Piccard, Gründer Solar Impulse Foundation
  • Reto Ringger, Gründer und CEO Globalance Bank
  • Anna Stünzi, Leadership Council SDSN Switzerland
  • Sascha Zahnd, Präsident Digitalswitzerland

«Wir sind über den Gewinn des Green Business Award sehr stolz», so der glückliche Gewinner und Mitgründer von Planted, Pascal Bieri. Auch die Jurypräsidentin Doris Leuthard ist zufrieden mit dem Entscheid: «Mit ihren Fleischalternativen und der Marketing- und Distributionsstrategie ist es Planted gelungen, Nachhaltigkeit nicht mit Verzicht, sondern mit Lifestyle in Verbindung zu bringen», so die alt Bundesrätin.

Planted habe nicht nur Verbraucher und Gastronomie von sich überzeugen können, sondern auch namhafte Grossverteiler. 

Denn die Produkte des im Jahr 2019 an der ETH als Startup gegründeten Unternehmens findet sich heute in den Schweizer Filialen von Migros und Coop. Gleichzeitig fasste es Fuss in sechs Ländern; auch im traditionellen Schnitzelrestraurant Figlmüller in Wien ist Planted vertreten – mit einem rein pflanzlichen Schnitzel.

Energy Vault und Kyburz gehen nicht leer aus

Aber auch die beiden anderen Unternehmen bewegten mit ihren Innovationen die Nachhaltigkeit. Da ist einerseits Energy Vault – der Börsenstar aus Lugano: Das Unternehmen verfolgt die Idee, Strom durch Schwerkraft zu speichern und so Energiekosten zu senken.

An seinem ersten Standort in Bellinzona speichert es Energie in Betonblöcken. Was simpel klingt, funktioniert erfolgreich: Beim Hochziehen der Blöcke wird Strom gespeichert und beim Loslassen wieder freigesetzt.

Das dritte Unternehmen im Bunde ist Kyburz, bekannt geworden durch die dreirädrigen gelben Roller der Post. Nach der Produktion kam jedoch die Frage auf, was mit den Batterien der E-Mobile passieren soll. 

«Die Batteriethematik ist die Hauptthematik», sagte Martin Kyburz während seines Pitchs. Also haben sie eine Lösung gesucht für das Recycling der Batterien – und Kyburz fand sie zusammen mit seinem Projektmanager Olivier Groux: Mit ihrer Entwicklung können über 90 Prozent der Batterieteile recycelt werden. Die Lebensdauer erhöht sich so von 10 auf 300 Jahre. 

Ganz bewusst patentiert Kyburz den Recycling-Ansatz nicht. Denn mit dem aktuellen E-Mobilitäts-Hype soll sich der Ansatz weltweit durchsetzen, sodass weniger Batterieabfälle anfallen.