Die 20 führenden Industrie- und Schwellenländer haben in der Corona-Krise besonders armen Staaten Schuldenerleichterungen zugesagt. Es gebe eine Einigung, dies in abgestimmter Weise zu verfolgen, hiess es am Mittwoch in einer G20-Erklärung nach Beratungen der Finanzminister.

Private Gläubiger wurden aufgefordert, sich dem Vorhaben anzuschliessen. Damit soll gewährleistet werden, dass die besonders armen Staaten in der Krise mehr Spielraum bekommen, um ihre Gesundheitssysteme mit zusätzlichen Mitteln auszustatten.

Im Raum standen wegen der immensen Folgen der Pandemie Stundungen von Zinszahlungen und Tilgungen zunächst bis zum Jahresende. Laut deutschem Bundesentwicklungsminister Gerd Müller geht es dabei um ein Volumen von 14 Milliarden Dollar. Ökonomen fordern, den Zeitraum auszudehnen.

Möglicher Schuldenerlass

Teilweise wird auch ein Schuldenerlass für arme Staaten ins Spiel gebracht. «Für mich ist ganz klar, dass natürlich später auch noch weitere Schritte kommen können, die die Länder dann insgesamt in die Lage versetzen, an den Wiederaufbau zu denken», sagte Bundesfinanzminister Olaf Scholz der Nachrichtenagentur Reuters.

Ein Regierungsvertreter sagte Reuters, die Vereinbarung zu Schuldenerleichterungen könne abhängig von Analysen der Weltbank und des Internationales Währungsfonds (IWF) zur Schuldentragfähigkeit der betroffenen Länder auch verlängert werden. Der IWF teilte mit, die Schuldenerleichterungen würden ab Mai greifen. 

(reuters/mlo)