Die Websites der Mediterranean Shipping Company (MSC) mit Sitz in Genf – der zweitgrössten Container-Gesellschaft der Welt – waren am frühen Freitagmorgen offline.

Es gibt unbestätigte Berichte, dass MSC das Ziel eines Cyberangriffs war, wie «FreightWaves» berichtet. Ein Unternehmenssprecher sagt: «Sicherheit ist unsere oberste Priorität. Obwohl wir die Möglichkeit von Malware nicht ausschliessen, haben wir als erste Sicherheitsmassnahme beschlossen, unsere Server in unserer Zentrale abzuschalten».

Der MSC-Netzausfall betreffe eines der MSC-Rechenzentren in Genf, dadurch seien die Website «msc.com» und die E-Business-Plattform «myMSC» beeinträchtigt. Über «myMSC» können Kunden Containersendungen buchen, verwalten und verfolgen. Das Unternehmen arbeitet nun daran, die Plattform innerhalb kürzester Zeit wieder zum Laufen zu bringen.

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Zweitgrösste Linienreederei der Welt

MSC ist Partner von Maersk in der 2M-Allianz, dem weltweit grössten Containertransportbündnis im Ost-West-Hauptverkehr. Die in Genf ansässige MSC, die sich in Privatbesitz befindet, steht an zweiter Stelle. 

Infolge des Coronavirus-Ausbruchs hat die 2M-Allianz eine grosse Anzahl ihrer Abfahrten im April und Mai von Asien nach Europa und von Asien in die USA gestrichen. Am Donnerstag setzte 2M seinen Transatlantikdienst aus.

Zusätzlich zu seinem Frachtbetrieb ist MSC nach Carnival Corp., Royal Caribbean und NCL Holding die viertgrösste Kreuzfahrtgesellschaft der Welt. Das Coronavirus hat die Kreuzfahrtindustrie dezimiert. Der wirtschaftliche Schaden ist für MSC immens.

Vorheriger Cyberangriff beim Container-Schifffahrt

Sofern sich bestätigt, dass der Ausfall bei MSC auf Malware zurückzuführen ist, wäre es nicht zum ersten Mal, dass die Branche angegriffen wird.

Maersk wurde im Juni 2017 durch den so genannten NotPetya-Angriff schwer getroffen: Die Hardware-Unterbrechungen führten zu einem Volumenrückgang von 20 Prozent. Laut Jahresbericht 2017 kostete der Angriff das Unternehmen 250 bis 300 Millionen Dollar.

(mlo)