Die Grünenpolitikerin Greta Gysin (TI) hat einen Vorschlag zur Berücksichtigung von ökologischen Aspekten bei Investitionen unterbreitet. «Wir müssen die Kosten solcher Investments internalisieren», sagte sie dem «Tages-Anzeiger» vom Samstag.

«Es ist heute viel zu günstig, in dreckige Geschäfte zu investieren, weil die Allgemeinheit die Kosten trägt», erklärte Gysin. Eine solche Vorgehensweise bei klimaschädigenden Investitionen hätte echte Konsequenzen, betonte sie.

Auch gewisse Kapitalanlagen der Schweizerischen Nationalbank will sie bei ihrem Vorschlag mit einbezogen wissen. «Die Nationalbank verdoppelt mit ihren Investments den gesamten CO2-Ausstoss der Schweiz». Da müsse der Staat neue Vorschriften zur Geldanlage bei Aktivitäten etwa in der Erdölbranche oder bei Kohlekraft erlassen, führte sie weiter aus.

Umverteilung mit Benzinsteuer

Klimapolitik müsse für Gysin zudem auch Sozialpolitik sein. «Das ist nicht schwierig: Zum Beispiel könnte man die Einnahmen aus der Benzinsteuer mit einem sozialen Schlüssel rückvergüten», sagte sie. Wer weniger verdiene, solle einfach mehr zurückerhalten.

Generell sei es keine grosse Sache gemäss der eigenen Ideologie zu leben, so Gysin gegenüber dem «Tages-Anzeiger». Man müsse seinen Lebensstil einfach schrittweise umweltverträglicher gestalten. Für die Politikerin gehört neben möglichst wenig Abfall produzieren und bewusst zu essen auch dazu, dass sie nicht mit dem Flugzeug fliegt und kein Auto fährt.

Sollen Notenbanker wirklich Parteipolitik machen?

Die Zentralbanken stehen verstärkt unter politischem Druck. Es wird Zeit, die Entwicklung mal zu Ende zu denken. Den Kommentar von «Handelszeitung»-Chefökonom Ralph Pöhner finden Sie hier.

(sda/gku)