Die britische Grossbank HSBC hat im ersten Halbjahr ihren Vorsteuergewinn mehr als verdoppelt. Gleichwohl bleibt der Vorstand des grössten europäischen Geldhauses zurückhaltend bei der Beurteilung der kommenden Monate.

«Wir sind noch in einem frühen Stadium der wirtschaftlichen Erholung», sagte Konzernchef Noel Quinn am Montag Reuters. «Wir müssen sehen, ob all diese Zahlen zum Trend für die Zukunft werden.» Er sei ermutigt, aber es gebe noch mehr zu tun.

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Rückstellungen aufgelöst

Quinn rechnet mit einem unverminderten Investitionshunger in China, obwohl regulatorische Massnahmen in der Volksrepublik zugenommen hätten. «Wir sehen eine starke Liquidität, die nach Investitionsmöglichkeiten in Hongkong und Asien sucht», sagte der HSBC-Chef.

Im ersten Halbjahr schnellte der Vorsteuergewinn der sich stark auf Asien konzentrierenden Grossbank auf 10,8 Milliarden Dollar nach 4,32 Milliarden im Vorjahreszeitraum, der von Corona und hohen Rückstellungen für faule Kredite beeinflusst war. Die wirtschaftliche Erholung stimmte den Vorstand zuversichtlich, so dass er die gebildeten Rückstellungen in Höhe von 700 Millionen Dollar auflöste.

Weniger Umsatz wegen tiefer Zinsen

Die Aktionäre sollen zudem wieder bedient werden. Zunächst soll eine Zwischendividende von sieben Cent je Aktie gezahlt werden. Quinn kündigte höhere Ausschüttungen für die Zukunft an. Gleichwohl sank der Umsatz in den ersten sechs Monaten wegen des Niedrigzinsniveaus um vier Prozent, was eine längerfristige Herausforderung sein dürfte. An der Börse kamen die Nachrichten gut an: Die Aktien legten in London um 1,7 Prozent zu.