Der US-Techkonzern IBM hat einen umfassenden Stellenabbau in der Coronakrise angekündigt. Die Entscheidung sei wohl für einige Beschäftigte eine einzigartige und schwierige Situation, sagte ein Sprecher am Donnerstag (Ortszeit).

Das Unternehmen müsse in dem sehr wettbewerbsintensiven Markt flexibel bleiben, um jederzeit hochtalentierte Arbeitskräfte anwerben zu können, hiess es in der Stellungnahme. Die Entscheidungen des Konzerns seien im Interesse des langfristigen Wohlergehens der Firma.

Wie viele Jobs IBM streichen will, dazu machte das Unternehmen mit Sitz in Armonk im Bundesstaat New York keine detaillierten Angaben. Dabei dürfte es aber um Tausende Stellen gehen, wie das «Wall Street Journal» (WSJ) unter Berufung auf Unternehmenskreise berichtete. Ende vergangenen Jahres hatte IBM knapp 353'000 Mitarbeiter.

Seit Jahren wenig erfolgreich

Es wäre der erste Einschnitt bei den Mitarbeitern unter dem Kommando des neuen Konzernchefs Arvind Krishna, der das Wachstum bei IBM wieder ankurbeln will. Krishna hatte erst Anfang April das Ruder von Ginni Rometty übernommen, vorher war er Leiter der Cloudsparte des IT-Riesen.

Anzeige

IBM hatte in den Jahren unter Rometty einen tiefgreifenden Konzernwandel hin zu neuen Geschäftsfeldern wie Cloud-Diensten, Datenanalyse und künstlicher Intelligenz angestossen. Der Erfolg hielt sich bislang jedoch in Grenzen, Quartale mit Geschäftszuwächsen sind schon seit Jahren selten.

Im April kassierte IBM seinen Ausblick für das laufende Jahr wegen der Covid-19-Krise. Schon im Januar hatte der Konzern im Rahmen von Geschäftszahlen über Kostensenkungen durch «aggressive strukturelle Massnahmen» gesprochen.

Techkonzerne mit massivem Stellenabbau

IBM ist unter Techkonzernen mit den Jobkürzungen nicht allein: Der Fahrdienstvermittler Uber etwa strich zuletzt rund 6700 Stellen, auch der Wohnungsvermittler Airbnb will laut Berichten einen grossen Teil der Arbeitskräfte entlassen.

Der auf Gewerbekunden spezialisierte IT-Dienstleister Hewlett Packard Enterprises kündigte am Donnerstag nach Verlusten ein weitreichendes Sparprogramm an, wozu auch eine Neuausrichtung der Arbeitskräfte auf Wachstumsfelder beitragen soll.

(awp/gku)