Die Aussicht auf hohe Kreditausfälle in der Corona-Krise hat der US-Grossbank JPMorgan im ersten Quartal einen herben Gewinneinbruch eingebrockt.

Wegen hoher Rückstellungen für gefährdete Darlehen fiel der Nettogewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund 70 Prozent auf knapp 2,9 Milliarden US-Dollar, wie das Geldhaus am Dienstag in New York mitteilte.

So legte JPMorgan rund 8,3 Milliarden Dollar wegen gefährdeter Darlehen zurück - rund fünfeinhalb Mal so viel wie ein Jahr zuvor.

Der von den wochenlangen Börsenturbulenzen ausgelöster Sonderboom im Aktien- und Anleihehandel konnte die Belastungen nicht annähernd auffangen. Obwohl die Erträge in beiden Segmenten um zweistellige Prozentsätze zulegten, gingen die bereinigten Erträge der Bank insgesamt um drei Prozent auf 29,1 Milliarden Dollar zurück.

Bankchef Dimon rechnet mit schwerer Rezession

Bankchef Jamie Dimon hatte die Aktionäre wegen der Corona-Pandemie bereits auf einen herben Gewinnrückgang im laufenden Jahr vorbereitet.

Er rechnet für die Wirtschaft mit einer schweren Rezession, die ähnliche Belastungen bringen könnte wie die weltweite Finanzkrise 2008. JPMorgan ist nach Dimons Darstellung allerdings auch für eine schwere Krise gut gerüstet.

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Gewinn von Wells Fargo bricht ein

Milliardenschwere Rückstellungen für Kreditausfälle in der Corona-Krise haben den Gewinn der US-Bank Wells Fargo einbrechen lassen. Im ersten Quartal verdiente das Geldhaus laut Mitteilung vom Dienstag lediglich 653 Millionen Dollar, nach 5,9 Milliarden im Vorjahreszeitraum. Die Bank legte 3,1 Milliarden Dollar an Finanzreserven als Krisenvorsorge zur Seite.

«Wells Fargo spielt eine wichtige Rolle für das Finanzsystem und die wirtschaftliche Stärke in unserem Land, wir nehmen unsere Verantwortung ernst, besonders in diesen beispiellosen Zeiten», erklärte Vorstandschef Charlie Scharf. Ökonomen rechnen wegen der Corona-Pandemie, die die weltgrösste Volkswirtschaft weitgehend lahmgelegt hat, mit einem heftigen Konjunktureinbruch in den USA.

(reuters/awp/mbü/mlo)