Untersuchungen zu Korruptionsverdacht belasten Airbus seit langem. Nun ist der Weg für eine Einigung geebnet. Es sind aber noch Hürden zu überwinden.

Airbus hat sich in den Untersuchungen zu Bestechungs- und Korruptionsvorwürfen in drei Ländern auf einen Kompromiss geeinigt. Es gebe einen Grundsatzdeal mit französischen, britischen und US-amerikanischen Behörden, Vorwürfe wegen der Zahlung von Schmiergeld beizulegen. Das teilte der europäische Flugzeugbauer am Dienstag in Amsterdam mit.

Allerdings müssten noch Gerichte in den drei Ländern sowie die US-Regulierungsbehörden die Verständigung noch genehmigen. An der Börse gingen die Airbus-Aktien nach oben.

Details über die Verhandlung könne Airbus aus rechtlichen Gründen nicht nennen, teilte der MDax-Konzern weiter mit. Zuvor hatten mehrere Medien über einen bevorstehenden Kompromiss berichtet. Die britische Tageszeitung «Financial Times» meldete unter Berufung auf Analysten, es könnten Strafzahlungen von zusammen rund drei Milliarden Euro drohen. Das Unternehmen nahm dazu keine Stellung.

Selbstanzeige des Unternehmens

Die schon seit Jahren laufenden Untersuchungen hatten den Luftfahrtkonzern mit Sitz im französischen Toulouse unter Druck gesetzt. Eine britische Behörde ging dem Verdacht auf Betrug, Bestechung und Korruption bei Geschäften der zivilen Luftfahrtsparte nach. Auslöser war eine Selbstanzeige des Unternehmens. Auch die französische Finanz-Staatsanwaltschaft ermittelte.

Die Vorwürfe betreffen nach Angaben vom August 2016 Unregelmässigkeiten im Zusammenhang mit Beratern einer «dritten Partei».

Der frühere deutsche Konzernchef Thomas Enders hatte in der Vergangenheit die Mitarbeiter des Luft- und Raumfahrtkonzerns auf die Möglichkeit «erheblicher Strafen» eingestimmt. Schwerwiegende Konsequenzen seien nicht auszuschliessen, insbesondere das Risiko erheblicher Geldstrafen, hatte es in einem Brief geheissen, den das französische Internetmagazin «Mediapart» 2017 veröffentlichte.

Airbus vollzog inzwischen einen Führungswechsel. Enders schied aus, seit April vergangenen Jahres amtiert der Franzose Guillaume Faury als sein Nachfolger. Airbus, der Erzrivale des US-Flugzeugbauers Boeing, setzte im vorvergangenen Jahr rund 64 Milliarden Euro um, beschäftigt waren rund 134'000 Menschen.

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(awp/gku)