Die britische Wirtschaft ist infolge der Corona-Pandemie in Rekordtempo eingebrochen. Nach Angaben des Statistikamts ONS vom Freitag lag die Wirtschaftsleistung (BIP) im April 20,4 Prozent unter dem Niveau von März.

Das ist der stärkste Rückgang seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1997. Analysten hatten im Schnitt mit einem Einbruch um 18,7 Prozent gerechnet.

Wie das ONS mittelte, verzeichneten alle betrachteten Wirtschaftssektoren Rückgänge in bisher ungekanntem Ausmass. Sowohl die Industrie, die Dienstleister als auch der Bau waren von den Massnahmen zur Eindämmung der Virus-Pandemie massiv betroffen. Der Einbruch folgt auf einen bereits starken Rückgang des BIP im März um 5,8 Prozent.

Finanzminister lobt Massnahmen der Regierung

«Ebenso wie viele andere Volkswirtschaften der Welt hat das Coronavirus schwerwiegende Auswirkungen auf unsere Konjunktur», sagte Finanzminister Rishi Sunak.

Die Massnahmen der Regierung wie Zuschüsse, Darlehen und Steuersenkungen würden aber «Tausende von Unternehmen und Millionen von Arbeitsplätzen schützen», sagte der Minister. «So haben wir die besten Chancen, uns rasch zu erholen, sobald die Wirtschaft wieder Tritt fasst.»

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Zweistelliger Einbruch erwartet

Die Industriestaaten-Organisation OECD sagt der britischen Wirtschaft in diesem Jahr einen Einbruch von 11,5 Prozent voraus, dem 2021 ein Wachstum von neun Prozent folgen soll. Sollte es zu einer zweiten Coronawelle kommen, dürfte das Bruttoinlandprodukt sogar um 14,0 Prozent sinken und im kommenden Jahr nur um 5 Prozent wachsen.

(reuters/mbü)