«Einheitliche schweizweite Regelungen für die Öffnung oder Schliessungen von Geschäften sind absolut zwingend», liess sich der Direktor von Handel Schweiz, Kaspar Engeli, in der Mitteilung vom Montag zitieren. Dass einzelne Kantone vorpreschten, sei unsinnig, führe im Handel zu chaotischen Zuständen und gefährde Lieferketten.

Der Handel sei nicht kantonal organisiert, macht der Verband geltend und fordert, die Geschäfte entweder landesweit offen zu halten oder aber zu schliessen. Zu Handel Schweiz gehören 33 Branchenverbände mit insgesamt 4000 Unternehmen und rund 680'000 Angestellten.

Ins gleiche Horn stiess am Montag auch die Swiss Retail Federation, der Verband der mittelständischen Detailhandelsunternehmen (stationär und online). Die Verbandsmitglieder, unter anderem Warenhäuser, Fachmärkte, Fachgeschäfte und Kioske, beklagten, dass für den Detailhandel, mit Tausenden Filialen verteilt über alle Kantone, durch unterschiedliche kantonale Regelungen zunehmend ein Chaos drohe.

Der Bund soll das Chaos verhindern

Der Bund wird aufgefordert, das Krisenmanagement in geordnete Bahnen zu lenken und den «Kantönligeist» zu unterbinden. Es gelte dringend, wieder ein Mindestmass an Planungssicherheit im Detailhandel zurückzugewinnen und einen reibungslosen Ablauf der Landesversorgung zu gewährleisten.

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Geschäfte, die für die Grundversorgung zuständig seien, sollten von einem Shutdown ausgenommen werden. Auf administrative Mehraufwendungen im Laden, etwa eine Abgrenzung von Sortimenten, die nicht der Grundversorgung dienten, sollte aus praktischen Gründen vorübergehend verzichtet werden. Auch der gewerbliche Handel und der Onlinehandel sollten ausgenommen werden. Die für den Detailhandel benötigten Kapazitäten in der Logistik müssten in jedem Fall weiterhin aufrechterhalten werden können.

Massive Umsatzeinbrüche

Laut einer ersten Trendumfrage der Swiss Retail Federation von vergangener Woche leiden viele mittelständischen Handelsunternehmen im Non-Food-Bereich wegen der zunehmenden Ausbreitung des Coronavirus unter stark sinkenden Kundenfrequenzen und massiven Umsatzeinbussen. Der gesamte stationäre Non-Food-Bereich sei davon betroffen. In der vergangenen Woche seien die Umsätze um 30 bis 60 Prozent gesunken.

(sda/tdr)