LafargeHolcim-Chef Jan Jenisch will mit dem Zementkonzern gestärkt und wettbewerbsfähiger aus der Coronakrise kommen. «Wir haben mit unserem Krisenmanagement sehr schnelle Fortschritte gemacht und in den letzten acht Monaten ein signifikantes Potenzial für Kostensenkungen genutzt», sagte Jenisch im Interview mit dem Finanzportal «The Market».

In praktisch allen Ländern seien die Baustellen nach Ausbruch der Pandemie als wichtig definiert und entsprechend die Bauaktivitäten nach den von der Politik angeordneten Schliessungen rasch wieder hochgefahren worden, so Jenisch weiter. «Wir haben gesagt, dass wir eine solide Nachfrage im zweiten Halbjahr erwarten, und das hat sich bewahrheitet.»

Auch mit Blick auf die auf Europa und Nordamerika zurollende zweite Pandemiewelle bleibt Jenisch zuversichtlich. «Eine Stärke unseres Geschäfts ist die lokale Verankerung. Wir produzieren in der Regel dort, wo wir verkaufen und sind daher nicht von länderübergreifenden Lieferketten abhängig.» Ausserdem hätten die Regierungen aus der ersten Welle die Lehren gezogen, die medizinische Behandlung sei besser geworden und man verstehe, dass die Wirtschaft nicht einfach abgestellt werden könne.

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Ziele bleiben

An den bis 2022 gesetzten Ertrags- und Rentabilitätszielen hält der Konzern fest. Bis dahin will LafargeHolcim auf dem investierten Kapital eine Rendite von mehr als 8 Prozent erzielen. Ohne Corona wäre das Ziel laut Jenisch wohl bereits in diesem Jahr erreicht worden, nachdem die ROIC-Rendite 2019 bereits bei 7,6 Prozent zu liegen kam. Langfristig müsse diese Rendite dann im zweistelligen Bereich liegen.

Wieviel Dividende LafargeHolcim künftig bezahlen wird, wollte Jenisch nicht beziffern. «Das müssen wir im Einzelfall anschauen, aber ich bin froh, dass wir auch in diesem Jahr die Dividende in der attraktiven Höhe von 2 Franken je Aktie ausschütten konnten», sagte er. «Es ist mein Ziel, dass wir das fortsetzen können.»

Wachstumschancen sieht der LafargeHolcim-Chef mit Blick auf die weltweit von Regierungsseite geplanten, grossen Infrastrukturprojekte: «Das ist für uns sehr interessant, denn einen grossen Teil unseres Umsatzes erwirtschaften wir mit Infrastrukturprojekten.»

Derweil seien derzeit keine Verkäufe von Geschäftsteilen geplant, sagte Jenisch. Und auf der anderen Seite dürften in den Bereichen Transportbeton und Zuschlagstoffe weitere ergänzende Zukäufe erfolgen. Im Bereich Solutions & Products sei der Kauf einer grösseren Produktplattform erwünscht, nachdem es mit der Akquisition der Bauchemiesparte von BASF nicht geklappt habe.

(awp/tdr)