Vier Monate nach der Ernennung von Monica Duca Widmer als Verwaltungsratspräsidentin der neuen Ruag-Beteiligungsgesellschaft hat der Bundesrat die weiteren Verwaltungsräte der BGRB Holding ernannt. Auffallend dabei: Das Gremium besteht aus mehr Frauen als Männern.

Im Sommer 2018 hatte der Bundesrat entschieden, dass die für die Schweizer Armee tätigen Geschäftseinheiten der Ruag von den internationalen Bereichen getrennt werden sollen. Das international tätige Luft- und Raumfahrttechnologieunternehmen soll danach schrittweise privatisiert werden. Nach Ansicht des Bundesrats ist das öffentliche Interesse am Eigentum eines solchen Unternehmens nicht mehr gegeben.

Juristisch wird die Ruag Holding AG ab Anfang 2020 eine neue Beteiligungsgesellschaft mit zwei Subholdings: Einerseits MRO Schweiz, die mit rund 2500 Mitarbeitenden für die Armee tätig sein wird; andererseits Ruag International für die übrigen Geschäftsbereiche mit rund 6500 Mitarbeitenden, wovon zwei Drittel im Ausland beschäftigt sind.

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Drei Verwaltungsrätinnen

Die nun vom Bundesrat kommunizierten Personalien betreffen die Gründung der neuen Beteiligungsgesellschaft BGRB Holding sowie die beiden Subholdings MRO Schweiz und Ruag International. Mit Monika Krüsi Schädle und Ariane Richter Merz werden neben Duca Widmer zwei weitere Frauen dem BGRB-Verwaltungsrat angehören.

Krüsi Schädle leitet ein Beratungsunternehmen. Sie verfügt über mehrere Verwaltungsratsmandate bei Industrie- und Energieunternehmen. Richter Merz ist Geschäftsführerin und Verwaltungsratspräsidentin eines Unternehmens im Bereich der Rechts- und Compliance-Beratung.

Gründungsversammlung im November

Den fünfköpfigen Verwaltungsrat werden die Verwaltungsratspräsidenten der beiden Subholdings vervollständigen. Es handelt sich dabei um Nicolas Perrin für die MRO Schweiz und Remo Lütolf für Ruag International.

Die Personen deckten "das gesamte erforderliche Spektrum an Wissen und Erfahrung für die Umsetzung des komplexen Entflechtungsprozesses" ab, schreibt der Bundesrat am Mittwoch in einer Mitteilung. Die Wahl des Verwaltungsrats wird bei der Gründungsversammlung im November vollzogen.

Von SBB-Cargo zu Ruag

Lütolf ist aktuell Verwaltungsratspräsident der heutigen Ruag Holding. Er war massgeblich an der Erarbeitung der Strategie für die Weiterentwicklung von Ruag International beteiligt und kann nun in seiner neuen Funktion diese Strategie umsetzen.

Perrin ist seit über dreissig Jahren in verschiedenen Funktionen bei den SBB tätig. Seit 2008 leitet er SBB Cargo. Vergangene Woche war sein Rücktritt in dieser Position verkündet worden. Jedoch wird Perrin erst per Juni 2020 zur MRO Schweiz wechseln. Bis zu diesem Zeitpunkt wird der Verwaltungsrat interimistisch durch den Vizepräsidenten geleitet - voraussichtlich Heinz Liechti, dem heutigen Projektleiter im VBS für die Entflechtung und Weiterentwicklung von Ruag.

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Viele neue Namen

Von den vorgesehenen Verwaltungsräten der beiden Subholdings (MRO Schweiz und Ruag International) hat der Bundesrat Kenntnis genommen. Die Wahl erfolgt durch den Verwaltungsrat der Beteiligungsgesellschaft.

Neben den Verwaltungsratspräsidenten handelt es sich dabei bei MRO Schweiz um Heinz Liechti, Nicolas Gremaud, Caroline Kuyper Leblond und Sibylle Minder Hochreutener; bei Ruag International sind es Jürg Oleas, Marie-Pierre de Bailliencourt, Jürg Fedier, Laurent Sigismondi, Rainer G. Schulz sowie Jennifer P. Byrne.

Kosten laufend überprüfen

Weiter fällte der Bundesrat neue Entscheide für die Entflechtung und Weiterentwicklung des Technologiekonzerns. So beauftragte er das Verteidigungsdepartement VBS, an der Generalversammlung die Firma Ernst & Young als Revisionsstelle der Beteiligungsgesellschaft zu wählen. Diese werde etwa überprüfen, dass bei den Aufträgen von MRO Schweiz zugunsten der Armee die Grundsätze der Kostenrechnung, wie sie der Bund vorgibt, eingehalten würden.

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Schliesslich verabschiedete der Bundesrat die strategischen Ziele 2020-2023 für die neue Beteiligungsgesellschaft. Diese seien auf die Interessen des Bundes als Eigner und Alleinaktionär ausgerichtet. Sie trügen im Besonderen den sicherheits- und rüstungspolitischen Interessen von VBS als Hauptkunde der MRO Schweiz sowie den finanzpolitischen Interessen des Eidgenössischen Finanzdepartements (EFD) Rechnung, schreibt der Bundesrat.

(sda/mlo)