"Die SNB sollte transparenter werden. Sie sollte nicht nur ihre geldpolitischen Entscheidungen bekanntgeben, sondern auch die in Betracht gezogenen Handlungsalternativen erläutern und erklären, warum sie verworfen wurden", fordern die drei Ökonomen in einem in der Nacht auf Donnerstag veröffentlichten Bericht. Auch sollte die Öffentlichkeit über eine allfällige Meinungsvielfalt innerhalb des SNB-Direktoriums informiert werden.

Partner-Inhalte
 
 
 
 
 
 

Die Arbeit der SNB stütze sich auf das Nationalbankgesetz von 2003, führen die Ökonomen aus. In den vergangenen zwei Jahrzehnten habe sich in der Welt der Zentralbanken jedoch viel bewegt. Es sei daher plausibel, dass einige Anpassungen der SNB helfen würden, ihren Auftrag heute besser zu erfüllen.

Hinter dem "SNB Observatory" stehen die Ökonomen Yvan Lengwiler, Professor an der Uni Basel, Charles Wyplosz, emeritierter Professor aus Genf, und Stefan Gerlach, Chefökonom der Privatbank EFG und früherer stellvertretender Gouverneur der Zentralbank von Irland.

Mehr Leute sollten entscheiden

Im internationalen Vergleich gehöre die SNB zu den unabhängigsten Zentralbanken, heisst es in dem Bericht. Das sei wichtig, aber nicht ausreichend für eine gute Geldpolitik. Die Unabhängigkeit müsse mit einer effektiven Rechenschaftspflicht einhergehen. In Bezug auf die Transparenz - aus Sicht der Experten eine Voraussetzung für die Rechenschaftspflicht - liege die SNB jedoch auf einem der letzten Plätze.

Die Notenbank stelle in ihren Veröffentlichungen und öffentlichen Erklärungen zu den Wirtschaftsaussichten und ihren geldpolitischen Optionen nur "begrenzte" Informationen bereit, lautet die Kritik. Viele andere Zentralbanken seien sehr unabhängig, aber gleichzeitig auch in hohem Masse rechenschaftspflichtig.

Zudem sei das Direktorium als Entscheidungsgremium mit drei Mitgliedern kleiner als bei anderen Zentralbanken. Die Grösse sei aber wichtig für die Tiefe und Robustheit der Beratungen. Es sei auch eine Frage der demokratischen Legitimität. Daher sollte das SNB-Direktorium vergrössert werden, beispielsweise durch die Aufnahme externer Mitglieder.

Nicht zu lange Amtszeiten

Mit Blick auf die Dauer der Amtszeit der Direktoriumsmitglieder sollte nach Ansicht der Ökonomen zudem die heutige Praxis der automatischen Verlängerung bis zur Pensionierung überdacht werden. Die Amtszeit der Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses sollte zwar lang genug sein, um ihre Unabhängigkeit zu gewährleisten und von ihrer Erfahrung zu profitieren. Zu lange Amtszeiten könnten aber auch einen stetigen Zufluss neuer Fachkenntnisse verhindern.

Die SNB sollte nicht zuletzt - wie viele führende Zentralbanken und öffentliche Finanzinstitutionen es täten - regelmässig bestimmte Aspekte ihrer Funktionsweise extern überprüfen lassen.