Die Schweizer Exportwirtschaft hat sich im Juni zwar deutlich vom Corona-Schock erholt, verdaut ist dieser aber noch längst nicht. Nach dem Rekordeinbruch vom April und dem leichten Rückgang im Mai stiegen die Ausfuhren im Juni zum Vormonat saisonbereinigt wieder um 6,9 Prozent auf 17,5 Milliarden Franken an. Real - also preisbereinigt - resultierte sogar ein Anstieg um 7,9 Prozent.

Die Einfuhren haben sich ebenfalls weiter erholt. Sie stiegen um 7,3 Prozent auf 14,7 Milliarden Franken (real: + 5,5 Prozent). Für die Handelsbilanz ergibt dies einen Überschuss von 2,8 Milliarden Franken, wie den Zahlen der Eidgenössischen Zollverwaltung (EZV) vom Dienstag zu entnehmen ist.

Trotz der Erholung sind die aktuellen Werte noch meilenweit von jenen der Vor-Corona-Zeit entfernt. So hatte die Schweizer Exportwirtschaft davor zum Teil pro Monat Waren im Wert von über 20 Milliarden Franken ins Ausland abgesetzt, und die Importe beliefen sich jeweils auf rund 17 Milliarden pro Monat.

Exporte in europäische Länder 15 Prozent tiefer

Im gesamten zweiten Quartal nahmen die Exporte um 11,5 Prozent (real: -12,5%) und die Importe um 16,0 Prozent (-12,1%) ab. Die EZV schreibt in ihrem Communiqué denn auch von einem historischen Rückgang und einem Rekordüberschuss in der Handelsbilanz von 9,6 Milliarden Franken.

Bei den Exporten entwickelten sich laut den Angaben im zweiten Quartal der Absatz in allen Sparten rückläufig. Bei der grössten Sparte, den chemisch-pharmazeutischen Produkten, betrug der Rückgang 3,8 Prozent, bei Maschinen und Elektronik 13 Prozent und bei den Präzisionsinstrumenten 18,1 Prozent. Bei Bijouterie und Juwelierwaren belief sich der Exportrückgang sogar auf über 70 Prozent.

Auch bei den drei grossen Absatzmärkten Europa, Nordamerika und Asien resultierte laut der Mitteilung bei allen ein Exportrückgang, wobei der Absatz in Europa sich mit einem Minus von 14,7 Prozent am robustesten zeigte. Der Exportrückgang in Europa sei dabei hauptsächlich auf den rückläufigen Aussenhandel mit den Nachbarländern zurückzuführen, schreibt die EZV. Die Ausfuhren nach Nordamerika brachen um 19,3 Prozent ein, jene nach Asien um 16,7 Prozent.

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Bei den Importen bildeten sich die Einfuhren aus Europa um 17,8 Prozent zurück, jene aus Nordamerika um 23,4 Prozent und jene aus Asien um 4,3 Prozent.

(awp/tdr)

Uhrenexporte schrumpfen etwas weniger dramatisch

Die Schweizer Uhrenexporte sind im Juni erneut stark zurückgegangen. Das Abwärtstempo hat sich gegenüber den Monaten April und Mai aber deutlich verlangsamt.

So reduzierten sich die Verkäufe im Vergleich zum Vorjahresmonat noch um etwas mehr als einen Drittel, während im Mai der Einbruch beinahe 70 Prozent erreichte und im April noch über 80 Prozent. Es wäre aber übertrieben zu sagen, dass sich die Welt bereits wieder auf die Schweizer Uhren stürzt.

Das Volumen der Schweizer Uhrenexporte sackte im Juni gegenüber dem Vorjahr um 35 Prozent auf 1,13 Milliarden Franken ab, wie der Verband der Schweizer Uhrenindustrie (FHS) am Dienstag bekanntgab. Die temporäre Einstellung in der Produktion aber auch im Verkauf im ersten Semester hätten schwere Konsequenzen für die Industrie. So sind die Verkäufe auch über das gesamte erste Semester gesehen um beinahe 36 Prozent eingebrochen.

China mit starker Erholung

Es gebe aber erste mögliche Anzeichen auf den Beginn der erwarteten Erholung. Ein positives Beispiel ist etwa China, wo sich die Umsätze von tiefem Niveau her kommend im Berichtsmonat um 48 Prozent erholt haben. Nach China wurden im Juni mehr als doppelt so viele Uhren verkauft wie in den zweitwichtigsten Markt Hongkong. Dort wie auch in den USA haben die Konsumenten aber mehr als die Hälfte weniger Uhren erstanden als noch im Juni vor einem Jahr.

Von den zehn wichtigsten Exportmärkten gelang ausser in China nirgendwo Wachstum. Mit einem Minus von etwas mehr als 20 Prozent hielt sich Deutschland als Exportmarkt Nummer vier hinter den USA noch am besten.

Betrachtet man die exportierten Stückzahlen, sind diese noch drastischer eingebrochen als der Wert der Uhren. Den grössten Rückschlag in Stückzahlen gemessen gab es für die günstigste Preiskategorie. Höherpreisige Uhren waren also von der Krise tendenziell weniger betroffen.

(awp/tdr)

Auch bei den drei grossen Absatzmärkten Europa, Nordamerika und Asien resultierte laut der Mitteilung bei allen ein Exportrückgang, wobei der Absatz in Europa sich mit einem Minus von 14,7 Prozent am robustesten zeigte. Der Exportrückgang in Europa sei dabei hauptsächlich auf den rückläufigen Aussenhandel mit den Nachbarländern zurückzuführen, schreibt die EZV. Die Ausfuhren nach Nordamerika brachen um 19,3 Prozent ein, jene nach Asien um 16,7 Prozent.

Bei den Importen bildeten sich die Einfuhren aus Europa um 17,8 Prozent zurück, jene aus Nordamerika um 23,4 Prozent und jene aus Asien um 4,3 Prozent.

(awp/tdr)