Sie gehen allerdings davon aus, dass die Erholung zur Geduldsprobe wird.

Die Coronapandemie bleibt der Taktgeber im Alltag der Menschen und somit auch im Wirtschaftsleben. Die vom Beratungsunternehmen Deloitte befragten Finanzchefs sind bezüglich Konjunkturentwicklung alerdings nicht mehr ganz so pessimistisch gestimmt. 42 Prozent beurteilen die Aussichten in den kommenden zwölf Monaten nach wie vor als negativ. Im Frühling lag dieser Wert bei 96 Prozent.

Die Lage bleibe angesichts der steil steigenden Infektionszahlen in Europa aber instabil, heisst es in der Mitteilung vom Donnerstag weiter. Immerhin habe sie sich in der Schweiz dank staatlicher Massnahmen wie der Kurzarbeit oder der rasch ausbezahlten Coronakredite entschärft.

Die Rückkehr der Schweizer Wirtschaft auf ein Vorkrisenniveau dürfte aber noch einige Zeit auf sich warten lassen. Nur gut ein Drittel der Finanzchefs rechnen in den nächsten zwölf Monaten mit Wachstum für ihr Unternehmen, knapp 30 Prozent gehen gar von einem Rückgang aus.

Abbau von Stellen

Am ehesten dürften sich die Firmen der Umfrage zufolge auf Umsatzebene erholen, während bei der Marge und vor allem betreffend Mitarbeiterzahl nur ein leichter Anstieg erwartet wird. Das Erreichen des Umsatzniveaus von vor der Coronakrise werde erst im dritten Quartal 2021 erwartet, heisst es.

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Mit Ausbruch der Krise sind die Firmen auf die Kostenbremse getreten. Die meisten Finanzchefs hätten bei Geschäftsreisen oder im Marketing gespart und es seien bei Mitarbeitenden Überstunden sowie Feriensaldi abgebaut worden. Es dürfte aber auch zum Abbau von Stellen kommen. Ein Drittel der Befragten gab an, dass ihre Firmen bereits Leute entlassen haben.

Sparpotenzial machen die Finanzchefs auch bei den Büromieten aus. Mehr als 30 Prozent der Befragten prüfen, welche Büroflächen ihre Firmen künftig noch benötigen werden und 17 Prozent hätten bereits Anpassungen vorgenommen.

Derweil sind mit Corona von den Finanzchefs neue Gefahren in der Umfrage genannt worden. Erstmals hätten es die Themen Kreditausfälle und Cyberattacken auf die Liste der Sorgen geschafft. Die Unternehmen seien gefordert, dass sich mit dem verstärkten Arbeiten im Homeoffice den Cyberkriminellen nicht Tür und Tor öffneten, heisst es.

Deloitte hat vom 31. August bis am 25. September im Rahmen der halbjährlich durchgeführten Umfrage in der Schweiz insgesamt 112 Finanzchefs befragt.

(awp/tdr)