Die Mehrheit der Firmenchefs in der Schweiz gehen für die nächsten zwölf Monate von einer positiven wirtschaftlichen Entwicklung aus. Zudem sorgt die Coronakrise dafür, dass Chefs in ihren Unternehmen die Innovation vorantreiben.

Zwei Drittel der 111 befragten CEOs in der Schweiz glauben an ein wirtschaftliches Comeback in den nächsten zwölf Monaten, wie aus einer Befragung der Beratungsfirma PwC hervorgeht. Damit sind die Chefs in der Schweiz allerdings noch ein Stück vorsichtiger als im internationalen Vergleich, wo sich gut drei von vier Befragten dieser Meinung anschlossen. In Deutschland glauben sogar vier von fünf Chefs an ein steigendes Wirtschaftswachstum in den kommenden zwölf Monaten.

Auch bei der Entwicklung des eigenen Unternehmens schauen die Schweizer CEOs laut der Umfrage positiv in die Zukunft. 84 Prozent gehen davon aus, dass sie den Umsatz steigern können. Für die nächsten drei Jahre schätzen mehr als die Hälfte die Aussichten als ziemlich und 40 Prozent sogar als sehr positiv ein. In der Schweiz ist das Vertrauen in den heimischen Wirtschaftsstandort im Vergleich zu anderen Ländern hoch. Hiesige Chefs schätzen die allgemeine Bedrohungslange deutlich milder ein als andernorts.

Anzeige

Dennoch gibt es auch Ängste unter den Schweizer Chefs. Als Hauptsorgen gelten Cyberbedrohungen (93%), Überregulierung (81%) sowie Pandemien und andere Gesundheitskrisen (77%). Auch Populismus wird als Gefahr empfunden, dies 2021 mit 66 Prozent bedeutend stärker als noch im Vorjahr (57%).

Krise verstärkt Innovationspläne

Gemäss der Umfrage möchte ein Grossteil (71%) im Rahmen der Coronakrise die Kosteneffizienz langfristig erhöhen. Die Krise hat aber auch dafür gesorgt, dass Innovation bei Schweizer Chefs nun noch höher auf der Agenda steht als vorher: 59 Prozent der CEOs glauben, dass sie mehr im Bereich Innovation unternehmen müssen. 55 Prozent wollen ihre Investitionen in die Forschung und Entwicklung sowie in die Entwicklung von Produktinnovation über die nächsten drei Jahre erhöhen.

Fast alle Befragten (92%) wollen auch in die digitale Transformation investieren. "Den rasanten Wandel und die sich dadurch schnell verändernden Technologien empfinden Schweizer CEOs als Chance, ihre Transformation noch gezielter anzugehen und die Auswirkungen der Pandemie erfolgreich in den Griff zu bekommen", wird Andreas Staubli, CEO von PwC Schweiz, in der Mitteilung zitiert.

Für den 24. Global CEO Survey befragte PwC 5050 Chefs von Firmen aus 100 Ländern, davon 111 aus der Schweiz. Der überwiegende Teil der Umfragen wurde zwischen Januar und Februar dieses Jahres online durchgeführt, sieben Prozent der Befragten gaben ihre Antworten per Post, Telefon oder im persönlichen Gespräch ab. Damit weicht der Umfragezeitraum einige Monate vom üblichen Zeitraum zwischen September und November eines Jahres ab. Die Unternehmensberatung erklärte, dass man angesichts der Pandemie und mehreren geopolitischen Ereignissen die Umfrage verschieben wollte, um so einen aussagekräftigeren Datensatz zu erhalten.

(awp/mlo)