Die Massnahme wird zwar die Umsatz- und Gewinnentwicklung von AB vorübergehend belasten. Ungeachtet dessen läuft das Hörgeschäft besser als erwartet, sodass Sonova die Umsatz- und EBITA-Ziele anhebt.

Die freiwillige Massnahme betrifft alle nicht implantierten Geräte der ursprünglichen vor drei Jahren lancierten Version des HiRes Ultra und Ultra 3D Implantates. Auslöser dafür waren Meldungen nachlassender Hörleistung einer Elektrode, wie Sonova-Chef Arnd Kaldowski am Dienstag in einem Telefongespräch mit AWP sagte. Die Implantate würden derzeit durch eine kürzlich zugelassene, neue Version dieser Implantate abgelöst, so der CEO weiter.

Die Massnahme ist mit einmaligen Kosten verbunden, die Sonova auf circa 40 bis 50 Millionen Franken schätzt. Diese setzten sich aus Inventarabschreibungen, Kosten für den Produktrückruf und Rückstellungen für mögliche Klagen zurück, ergänzte Kaldowski.

Bis jetzt seien weniger als 0,5 Prozent der Implantate-Träger explantiert und die überwiegende Mehrzahl der HiRes Ultra und Ultra 3D Implantate würden weiterhin ordnungsgemäss funktionieren, so Kaldowski weiter. Die Situation stelle kein gerätebezogenes Sicherheitsrisiko für die Implantate-Träger dar. Für AB, die rund 9 Prozent zum Konzernumsatz beisteuert, sei die Elektrode das Hauptprodukt.

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Ausblick nach oben revidiert

Ungeachtet dessen weist Kaldowski darauf hin, dass sich das Hörgerätegeschäft seit der Veröffentlichung der Ergebnisse für das erste Geschäftshalbjahr 2019/20 stärker als erwartet entwickle. Zum Erfolg beigetragen hätten die neuen Produkte und Funktionalitäten, welche mit Marvel 2.0 im August 2019 eingeführt wurden.

Deshalb erhöht die Gesellschaft den Ausblick für das Geschäftsjahr 2019/20. Die Gruppe erwartet neu ein Umsatzwachstum von 9 bis 11 Prozent (bisher 8-10%) und beim bereinigten EBITA einen Anstieg um 14 bis 17 Prozent (bisher 12%-15%), jeweils in Lokalwährungen. Ausgeklammert sind dabei die erwähnten Einmalkosten.

Als Folge der Aufwertung des Schweizer Frankens und basierend auf aktuellen Wechselkursen erwartet Sonova für das Geschäftsjahr 2019/20 ausserdem, dass das ausgewiesene Umsatzwachstum um circa 3 Prozentpunkte und der Anstieg im bereinigten EBITA in Schweizer Franken um circa 6 Prozentpunkte gemindert werden wird. In Schweizer Franken impliziert das ein Umsatzwachstum von 6 bis 8 Prozent und beim bereinigten EBITA einen Anstieg um 8 bis 11 Prozent.

Aufgrund des Ausbruchs des Coronavirus (COVID-19) hat Sonova ausserdem in China den Betrieb nach dem chinesischen Neujahrsfest eine Woche später als ursprünglich geplant wieder aufgenommen. Gegenwärtig erwartet Sonova nicht, dass dies materielle Auswirkungen auf das Ergebnis haben wird. China stellt gemäss Kaldowski noch ein vergleichsweise kleiner Markt im Konzernportefeuille mit einem Umsatzbeitrag von rund einem Prozent dar.

(awp/tdr)