Südkorea hat mit Vorsicht auf Berichte reagiert, wonach sich der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un nach einer Operation in kritischem Zustand befindet. Es könne nicht bestätigt werden, dass es Anzeichen für ernste Probleme mit der Gesundheit Kims gebe, teilte das Präsidialamt in Seoul am Dienstag mit. Auch gebe es keine Hinweise auf «ungewöhnliche Aktivitäten in Nordkorea».

Der US-Nachrichtensender CNN berichtete unter Berufung auf einen Regierungsbeamten, es gebe geheimdienstliche Hinweise, dass Kim «nach einer Operation in ernsthafter Gefahr» sei. Auch die auf Nachrichten aus Nordkorea spezialisierte Internetzeitung «Daily NK» in Südkorea meldete, Kim habe sich einer Operation unterziehen müssen. Nach einem Eingriff am 12. April am Herzen sei er nach wie vor in Behandlung.

Abwesenheit bei wichtiger Feier am 15. April

Das abgeschottete Nordkorea selbst äusserte sich nicht zu den Berichten über Kim. Pjöngjang kontrolliert Informationen über den Machthaber und seine Familie äusserst streng.

Kims Abwesenheit von einer Zeremonie zum Gedenken an seinen 1994 gestorbenen Grossvater und früheren Staatschef Kim Il Sung am 15. April hatte zuletzt Spekulationen über seinen Gesundheitszustand ausgelöst. Noch am 11. April hatte Kim Jong Un ein wichtiges Parteitreffen in Pjöngjang geleitet. Kim hatte am 8. Januar Geburtstag, sein Alter wird in Südkorea auf 36 Jahre geschätzt.

(sda/gku)