Die Schweiz verliert laut einer Meldung der "SonntagsZeitung" durch Steuerflucht rund 5,7 Milliarden Dollar pro Jahr. Das Blatt beruft sich auf einen neuen Bericht der Nichtregierungsorganisation Tax Justice Network. Der jährliche Verlust der Schweiz durch Steuerflucht von Unternehmen betrage 881 Millionen US-Dollar und der Verlust durch die Verschiebung von Geldern durch vermögende Privatpersonen in Steuerparadiese rund 4,8 Milliarden Dollar. Damit erleide die Schweiz einen jährlichen Verlust von 5,68 Milliarden Dollar durch Steuerflucht. Dies entspreche rund vier Prozent des Steueraufkommens. Hauptprofiteure seien die Niederlande, Luxemburg und die USA. Doch die Schweiz sei nicht nur Opfer, sondern vor allem Täterin. Denn sie erziele durch die Verschiebung von Gewinnen aus anderen Ländern einen zusätzlichen Steuergewinn von jährlich 12,84 Milliarden Dollar. Unter dem Strich blieb ein Nettogewinn für die Schweiz von 7,16 Milliarden Dollar in jedem Jahr, hiess es weiter. Auch die "NZZ am Sonntag" thematisiert die Steuerflucht. Sie beruft sich auf eine Studie der Universität Basel zur Schweiz. "Wir stellen fest, dass der Run auf die allergünstigsten Gemeinden abgenommen hat", sagte Wirtschaftsprofessor Kurt Schmidheiny gegenüber dem Blatt. Er beurteilte diese Entwicklung positiv: "Offensichtlich läuft der Steuerwettbewerb nicht aus dem Ruder, sondern kann sich selbst regulieren", hiess es weiter.

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