Seit Jahren schwelt ein Brand zwischen den Bio-Bauern und den Detailhändlern, darunter Coop und Migros. Die Bauern werfen den marktmächtigen Händlern vor, die nachhaltigen Produkte zu überrissenen Preisen zu verkaufen. Dies sei der Hauptgrund, warum die Gewohnheit der Konsumentinnen und Konsumenten fehle, regelmässig Bio-Nahrungsmittel zu kaufen. Je nach Produkt beträgt der Anteil der Bio-Produkte am Verkauf bloss 12 und 15 Prozent.

Nun zeigt eine Umfrage der Beratungsfirma Deloitte, dass bei Mehrkosten von 50 Prozent nur noch jeder Fünfte bereit sei, Bioprodukte zu kaufen. Dies berichtet die «NZZ am Sonntag». Zwar sagten vier von fünf Personen, dass Nachhaltigkeit einen relevanten Einfluss auf ihre Essgewohnheiten habe. Wenn es aber darum gehe, das Portemonnaie zu zücken, zeigten sie sich zurückhaltend.

Nach Biostandard hergestellte Lebensmittel kosten laut Bundesamt für Landwirtschaft über alle Produktkategorien hinweg 48 Prozent mehr als konventionell angebaute Produkte. Bio-Milch, zum Beispiel, ist rund ein Drittel teurer als normale Milch. Beim Gemüse beträgt die Differenz satte 77 Prozent. Auch der Preisvergleich von Bio-Produkten im In- und Ausland zeigt ähnlich hohe Differenzen.

Laut früheren Studien der Bio-Bauern bei Fleisch und Gemüse beanspruchen die Detailhändler den Grossteil der Wertschöpfung eines Produkts auf dem Weg vom Feld bis zum Tresen. Coop und Migros stellen gleichzeitig in Abrede, dass sie überdurchschnittlich stark am Verkauf der Bio-Produkten verdienten. Ihre Produktbuchhaltung offenzulegen, um dies nachzuweisen, lehnten sie allerdings stets ab.

(val/sda)