Deutsche sind die wichtigste Gästegruppe nach Herkunft in der Schweiz mit rund 2 Millionen Hotelübernachtungen pro Jahr. Auf sie hoffen die Restaurants und Touristiker in den Bergen auch diesen Sommer.

Nun dämpft der deutsche Innenminister Horst Seehofer diese Hoffnung. In einem Interview mit der «Bild am Sonntag» hat er sich gegen eine vorschnelle Wiederaufnahme des Reisebetriebes ausgesprochen, etwa zwischen Deutschland und Österreich. «Solange das Virus keinen Urlaub macht, müssen auch wir uns mit unseren Reiseplänen beschränken», sagte Seehofer. Die Schweiz erwähnte er nicht einmal im Interview.

Der Infektionsschutz gebe den Zeitplan vor, so Seehofer weiter. Niemand wolle die Bewegungsfreiheit der Bürger länger einschränken, als unbedingt nötig. Aber leichtsinnige Öffnungen, die später in Gestalt erhöhter Ansteckungszahlen zurückschlagen, würden niemandem helfen.

Weltweite Reisewarnung

Der deutsche Aussenminister Heiko Maas bekräftigte unterdessen ebenfalls seine Warnung vor einer voreiligen Wiederaufnahme des Reiseverkehrs. «Wenn Leute nicht nur wieder ins Ausland fliegen können, sondern auch mit hinreichender Sicherheit zurückkommen, dann können wir die Reisewarnung schrittweise zurückfahren», sagte Maas den Zeitungen der deutschen Funke Mediengruppe vom Montag. Es dürfe aber keine Schnellschüsse geben.»

Deutschland könne und werde im Sommer «nicht noch einmal eine Viertelmillion Menschen aus dem Urlaub zurückholen», stellte Maas mit Blick auf die grossangelegte Rückholaktion für deutsche Reisende klar, die Mitte März wegen der Coronavirus-Krise angelaufen war.

(SDA | val)