Dies sind die wichtigsten Befunde einer von der "Sonntagszeitung" veröffentlichten Studie des Personalvermittlers Russel Reynolds Association, die der Nachrichtenagentur Keystone-SDA ebenfalls vorliegen. Der Anstieg um sechs Prozentpunkte ist darauf zurückzuführen, dass im letzten Jahr 39 Prozent der neuberufenen Topkader bei SMI-Firmen weiblich waren.

Die Studie analysierte die Führungsgremien der 20 SMI- und 30 SMIM-Werte. Stichtag war der 1. Januar 2022. Der SMIM umfasst die grössten Mid-Cap-Unternehmen des mittelgrossen Schweizer Aktienmarktes. Bei diesen stieg der Frauenanteil in den Chefetagen um 2,3 Prozentpunkte auf 13,4 Prozent.

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Den höchsten Frauenanteil bei den im Swiss Market Index (SMI) geführten grössten Unternehmen hat die Partners Group mit 38 Prozent. Es folgen die die Zurich Insurance Group (36 Prozent) und Holcim (30 Prozent). Bei den SMIM-Firmen an der Spitze liegt die Software-Entwicklerin Temenos mit einen Frauenanteil von 42 Prozent. Bei der SIG Combibloc ist jede dritte Führungskraft weiblich (33 Prozent), bei der Ems-Chemie sind es 25 Prozent.

Zum Richtwert fehlen noch 40 Frauen

Seit Januar 2021 ist in der Schweiz ein Geschlechterrichtwert von 20 Prozent in den Geschäftsleitungen im Aktienrecht gesetzlich verankert. Davon sei man nicht mehr allzu weit entfernt, heisst es in der Studie. Bei den 20 SMI-Firmen fehlen insgesamt noch 14 Frauen, um den Richtwert zu erreichen. Bei den 30 SMIM-Unternehmen müssen noch 26 Frauen reinrutschen.

Insgesamt lasse sich die Bilanz im internationalen Vergleich sehen, heisst es in der Analyse weiter. Die Schweiz liege bei der Diversität nur noch knapp hinter Deutschland, aber bereits vor den Niederlanden, Spanien und Italien. Spitzenreiter bei der Frauenförderung in den Topkadern sind Norwegen (30 Prozent), Finnland (26,7 Prozent) und Grossbritannien (25,8 Prozent).

Mit dem höheren Frauenanteil in den Geschäftsleitungen sind die Schweizer Top-Unternehmen auch internationaler geworden. Nur gerade acht Prozent der weiblichen Neuzugänge sind Schweizerinnen. Die grosse Mehrheit stammt aus dem Ausland, vorzugsweise aus den USA, Grossbritannien, Deutschland, Frankreich und Belgien.