Alle Altersklassen zusammen betrachtet, stieg die Armutsgefährdungsquote moderater an - von 15,5 Prozent im Jahr 2018 auf 16.6 Prozent im vergangenen Jahr, wie aus einer Auswertung des Statistischen Bundesamtes auf Anfrage der Linksfraktion im Bundestag hervorgeht, die die Funke Mediengruppe am Sonntag veröffentlicht hat.

Vor allem ältere Frauen sind gemäss der Auswertung deutlich häufiger von Armut bedroht als noch vor vier Jahren. Hier stieg die Quote binnen vier Jahren von 16,4 auf 19,3 Prozent. Bei Männern über 65 Jahren stieg sie im selben Zeitraum von 12,7 auf 15,1 Prozent an.

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Die Grundrente reiche nicht, kritisierte Linken-Fraktionschef Dietmar Bartsch. Sie müsse zu einer armutsfesten, solidarischen Mindestrente von 1200 Euro wie etwa in den Niederlanden ausgebaut werden, forderte er.

Die Präsidentin des Sozialverbandes VdK, Verena Bentele, forderte gegenüber den Funke-Zeitungen einen Freibetrag in der Grundsicherung in Höhe von 224,50 Euro auf Einkommen aus der gesetzlichen Rentenversicherung. Zudem betonte sie, dass auch Menschen mit einer Erwerbsminderungsrente häufig von Armut betroffen seien.

Wer aus gesundheitlichen Gründen nicht bis zur Regelaltersgrenze arbeiten könne, dürfe nicht mit hohen Abschlägen auf die Rente bestraft werden, sagte Bentele. Sie forderte, die Abschläge von bis zu 10,8 Prozent auf die Erwerbsminderungsrenten abzuschaffen.