Unter dem Namen «Custos vitae - die Hüter des Lebens», finden in den Frühlingsmonaten Führungen, Aktivitäten und Vorträge zum Thema «Samen» statt, wie es in einer Medienmitteilung des Tessiner Departements für Raumentwicklung heisst.

Gleichzeitig mit den Brissago-Inseln wird in Locarno die alljährliche Kamelienschau eröffnet. Sie dauert vom 18. bis 22. März. Für diese Zeit ist ein Kombiticket erhältlich, das den Besuch der Inseln und des Botanischen Gartens, den Zugang zur Kamelien-Ausstellung sowie die Schifffahrt im Schweizer Seebecken umfasst. Bis zum 29. März gelte für die Schiffahrt jedoch noch ein reduzierter Fahrplan, heisst es im Communiqué weiter.

Partner-Inhalte
 
 
 
 
 
 

Im ausklingenden Winter waren die Eilande im Lago Maggiore an fünf Wochenenden geöffnet und verzeichneten laut dem Tessiner Departement für Umwelt gegenüber dem Vorjahr einen Besucheranstieg. Mit über 160 Eintritten pro Tag sei auch die kalte Jahreszeit auf den Inseln ein Erfolg gewesen, schrieb der Departementsvorsteher auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

Mit der Winter-Öffnung der Brissago-Inseln versucht der Kanton Tessin, einen Schritt in Richtung touristische «Entsaisonalisierung» zu unternehmen. Ticino Turismo hatte das Thema zuletzt zu einem der wichtigsten Handlungsfelder erklärt. Ziel ist es, den Südkanton als Ganzjahres-Destination zu positionieren und damit auch unabhängiger vom Wetter zu werden.

Abenteuerliche Geschichte

Die Geschichte der beiden Inselchen im Lago Maggiore liest sich fast wie ein Abenteuerroman. Am Anfang des bis heute einzigartigen Gartens steht der Kauf der beiden Eilande durch Richard und Antoinette Fleming St. Léger im Jahr 1885.

Die in Russland zur Welt gekommene Baronesse importierte bald seltene und subtropische Pflanzen aus aller Welt, die dank des einzigartig milden Klimas auf den Brissago-Inseln vorzüglich gediehen.

Nach dem Verkauf 1927 an den deutschen Industriellen und Kunstsammler Max Emden verwilderten die Inseln ab 1940, bis sie neun Jahre später an die Gemeinden Ascona, Brissago und Ronco sopra Ascona, die Vereinigungen Schweizer Heimatschutz, Pro Natura sowie den Kanton Tessin übergingen.

Im Frühling darauf - am 2. April 1950 - wurde der «Botanische Park der Brissago-Inseln» der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Seit dem 1. Januar 2020 befinden sich die Inseln vollständig im Besitz des Kantons Tessin.