Chinas Notenbank hat die Leitzinsen am Dienstag erwartungsgemäss beibehalten. Der Schlüsselsatz für einjährige Kredite (LPR)blieb bei 3,65 Prozent, der Schlüsselsatz für fünfjährige Kredite bei 4,30 Prozent. 75 Prozent der von Reuters befragten Analysten hatten mit diesem Ergebnis gerechnet.

Die meisten Kredite in China basieren auf dem einjährigen Zins, der Schlüsselzins für fünfjährige Darlehen beeinflusst die Hypotheken. Mit einer Zinssenkung hatte die Zentralbank in Peking im vorigen Monat der von der Immobilien- und Corona-Krise geschwächten Wirtschaft unter die Arme gegriffen.

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Chinas verschärfende Immobilienkrise lastet auf den Aussichten

Die Konjunktur im Reich der Mitte hat sich jedoch zuletzt trotz Corona-Lockdowns in Millionen-Metropolen wie Shanghai überraschend widerstandsfähig gezeigt. Industrieproduktion und Einzelhandelsumsätze wuchsen im August unerwartet deutlich, doch die sich verschärfende Immobilienkrise lastet auf den Wachstumsaussichten.

Das Bruttoinlandsprodukt in dem lange Zeit von hohen Wachstumsraten verwöhnten Land legte im Frühjahr nur um magere 0,4 Prozent zu.

So ist es auch zu erklären, dass die Notenbank in Peking anders als etwa die Federal Reserve in Washington oder die Europäische Zentralbank die Zinszügel zuletzt lockerte und nicht anzog. Und anders als in Übersee ist die Inflation in der Volksrepublik mit zuletzt 2,7 Prozent eher moderat. 

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