Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat wie erwartet Eli Lillys Abnehmspritze Zepbound zugelassen und damit den Weg für eine noch höhere Nachfrage freigemacht. Zwar war das Medikament mit dem Wirkstoff Tirzepatid bereits seit 2022 unter dem Namen Mounjaro für Diabetes zugelassen. Es konnte in den USA jedoch bislang nicht direkt für Fettleibigkeit eingesetzt werden, auch wenn viele Ärzte dies taten.

Schon dieser sogenannte «off label»-Einsatz bescherte Eli einen hohen Absatz. Eine hohe Nachfrage gibt es bereits beim Konkurrenzprodukt Wegovy von Novo Nordisk, bei dem die Produktionskapazitäten als begrenzender Faktor gelten.

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Lillys Zepbound wurde für die Anwendung bei Erwachsenen mit einem Body-Mass-Index (BMI) von mindestens 30 zugelassen oder von 27, wenn ein weiteres gewichtsbedingtes Gesundheitsproblem vorliegt. In der EU ist Novos Wegovy unter anderem erlaubt bei Erwachsenen mit Adipositas – Fettleibigkeit – unter grob den gleichen Auflagen erlaubt.

Eli und Novo erleben Hochzeiten an der Börse

Zepbound soll Lilly zufolge bis Ende des Jahres in den USA mit einem Listenpreis von knapp 1060 Dollar erhältlich sein und damit billiger sein als Wegovy mit 1349 Dollar pro Packung. Lilly kündigte zudem ein Sparprogramm an. Damit soll sich der Preis für US-Patienten, deren Versicherung das Medikament abdeckt, auf bis zu 25 Dollar fallen, anderenfalls auf 550 Dollar.

Novo ist inzwischen zum wertvollsten börsennotierten Unternehmen in Europa aufgestiegen, während Eli mit etwa 570 Milliarden Dollar der wertvollste gelistete Gesundheitskonzern der Welt ist. Der Hype um Wegovy war in den vergangenen Monaten hoch. So soll die Spritze Prominenten wie Tesla-Chef Elon Musk und Reality-Star Kim Kardashian beim Abnehmen geholfen haben.

Im August hatte Novo-Chef Lars Fruergaard in einem Interview der Nachrichtenagentur Reuters von einer «sehr ungewöhnlichen Situation für ein Pharmaunternehmen» gesprochen. Normalerweise werde eine relativ klar definierte Zielgruppe mit einem Medikament bedient, sagte er. Dies sei bei Wegovy anders: «Wir haben es mit vielleicht einer Milliarde Patienten auf der ganzen Welt zu tun.» Es werde wohl Jahre dauern, bis der ganze Markt bedient werden könne.

(reuters/mth)