Die Fertigstellung des vom Basler Architekturbüro Herzog & de Meuron entworfenen Projekts ist im Jahr 2029 geplant, wie die Titlis Bergbahnen am Freitag mitteilten. Das Projekt sieht eine neue Bergstation vor. Der Richtstrahlturm soll ausgebaut sowie ein Stollen zwischen Turm und Bergstation realisiert werden.

Pierre de Meuron sagte in Luzern vor den Medien, das Projekt sei für sein Architekturbüro "einmalig". Er hob hervor, dass es nicht von einem Investor realisiert werde, sondern von der Region Zentralschweiz.

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Das Projekt soll binnen sechs Jahre vollendet werden. Der Betrieb bleibe in dieser Zeit gewährleistet, teilten die Bergbahnen mit.

Richtstrahlturm mit Gastronomie

Als erstes wird der Turm erweitert. Er bleibt ein Richtstrahlturm, Herzog & de Meuron schieben kreuzförmig zwei Körper durch ihn. Diese dienen als Bar und Restaurant. Der stählerne Charakter des Turms bleibt erhalten. Die Bergstation, die mehrmals erweitert worden ist, wird neu gebaut, sie erhält die Form eines Kristalls.

Wegen Inflation, Lieferengpässen und "neuen Auflagen und Erkenntnissen" wird das Projekt teurer als noch vor fünf Jahren berechnet, wie die Titlis Bergbahnen mitteilten. Bislang waren die Kosten auf rund 100 Millionen Franken beziffert worden, neu sind es 120 Millionen Franken. Ein Teil der zusätzlichen Investitionen soll den Betrieb günstiger machen.

Nach Angaben der Titlis Bergbahnen liegen alle Baubewilligungen vor oder sind zumindest von den Behörden zugesichert. Die Vernehmlassungsverfahren seien abgeschlossen und alle Einsprachen erledigt, teilte das Tourismusunternehmen mit.

Kritik an langer Verfahrensdauer

Der Titlis-Verwaltungsratspräsident und Nidwaldner Ständerat Hans Wicki (FDP) kritisierte die Länge des Baubewilligungsverfahrens. Es sei interessant, dass "wenn ich Geld ausgeben will, fünf Jahre planen muss". Nach einem Telefon mit Bundesrat Albert Rösti habe es aber geklappt, und die Bewilligung sei zugesichert worden. Das Raumplanungsverfahren sei dagegen, inklusive Verschiebung einer Kantonsgrenze, schnell verlaufen.

Der Titlis ist auf den nationalen und internationalen Tourismus ausgerichtet. Die Bergbahnen wollen mit dem Bauvorhaben das Kerngeschäft langfristig sichern und die Destination Engelberg stärken.

Das Bauprojekt werte die Bauten und Anlagen auf dem Titlis aber nicht nur ästhetisch auf, hiess es weiter. Es könnten vor allem auch Emissionen sowie Energie gespart werden.

Touristen kehren zurück

Der Titlis mit seinem Gletscher war bis Corona ein bei Touristen aus Asien beliebter Ausflugsort. Immer mehr internationale Gäste kehrten zurück, teilten die Bergbahnen mit. Das erste Halbjahr im Geschäftsjahr 2022/23 stimme zuversichtlich. Wicki sagte, die Freigabe des Projekts sei dank dieser Entwicklung leichter gefallen.

Mit 568’070 Ersteintritten liegt das Unternehmen nach eigenen Angaben nur noch 5 Prozent unter dem Fünfjahresdurchschnitt der Vorpandemiezeit. Bei den internationalen Individualgästen wurde ein Rekord erzielt.

Der Gruppentourismus komme erst bescheiden zurück, sagte Wicki. Dies sei aber nicht nur schlecht, denn die Individualtouristen blieben länger und ihre Wertschöpfung sei höher.