Mietwohnungen sind während der Corona-Pandemie zunehmend auch in Berggemeinden knapp geworden. Mittlerweile seien solche Wohnungen in Tourismusregionen ähnlich knapp wie in Zürich oder Genf, schreibt das Beratungsunternehmens Wüest Partner in seinem «Winter-Update 2022» seines Immo-Monitorings.

Die Gründe für diese Entwicklung sieht Wüest Partner sowohl in Spätfolgen der Zweitwohnungsinitiative als auch in einer gestiegenen Nachfrage von «Unterländern», so die am Donnerstag veröffentlichte Studie. Die sogenannten «Unterländer» wollten die Möglichkeiten nutzen, die das mobile Arbeiten bietet, um Freizeit und Arbeiten an attraktiven Feriendestinationen flexibel miteinander zu verbinden. Insgesamt liege die Angebotsquote in Tourismusgebieten derzeit bei 5,3 Prozent und damit erstmals seit 2014 wieder unter dem Durchschnitt aller Schweizer Gemeinden.

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Schrumpfendes Angebot an Wohneigentum

Derweil sei die Nachfrage nach Wohneigentum zwar zurückgegangen. Da parallel dazu auch das Angebot immer weiter schrumpfe, bleibe dennoch ein grosser Nachfrageüberhang, stellt Wüest Partner fest. Auch die weiterhin rasant steigenden Preise änderten daran nichts: «Der Erwerb von Wohneigentum bleibt attraktiv.»

Zum Verkauf stehende Einfamilienhäuser blieben ein rares Gut: Im 4. Quartal 2021 waren laut Wüest Partner noch 22'700 Objekte inseriert - das sei der tiefste Wert in den letzten 5 Jahren. Dieser Umstand dürfte dazu beitragen, dass Eigentumswohnungen im gehobenen Segment besonders stark im Preis gestiegen seien. Viele Kaufinteressenten hätten wohl ihre Aufmerksamkeit auf dieses Segment gelenkt.

Nachfrage nach Büroflächen zunehmend

Optimistisch zeigt sich das Beratungsunternehmen bezüglich Geschäftsflächen. Die Beschäftigungszahlen seien in vielen Branchen mit hoher Büroflächennutzung stark gestiegen, so zum Beispiel im Finanzwesen und bei der öffentlichen Verwaltung. Damit stünden die Zeichen gut, dass die Nachfrage nach Büroflächen in diesem Jahr zunehme.

Auch die Erholung im Detailhandelsmarkt schreite weiter voran. Erklären lasse sich dies unter anderem dadurch, dass wieder mehr ausländische Gäste hierzulande ihr Geld ausgeben würden. Dennoch stünden die Mietpreise wegen der strukturellen Herausforderungen und einer wahrscheinlichen Zunahme der Marktliquidität unter Druck.

(awp/mbü)