Hochwertige Landflächen in ärmeren Ländern würden zunehmend für den Tabakanbau genutzt, so dass weniger Land für den Nahrungsmittelanbau zur Verfügung stehe, beklagen die Lungenliga und die Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention Schweiz in einer Mitteilung vom Dienstag zum diesjährigen Welttag ohne Tabak.

Die Auswahl an alternativen Anbauprodukten sei begrenzt, da es im Vergleich zum Tabaksektor keine starken, gesicherten Märkte gebe und die Behörden die Abkehr vom Tabakanbau nicht unterstützten.

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Der Tabakanbau und die dafür eingesetzten Chemikalien belasteten zudem die Böden. Dem Boden würden wichtige Nährstoffe für eine produktive Landwirtschaft entzogen, heisst es weiter. Da Tabak eine arbeitsintensive Pflanze sei, die bis zu neun Monate brauche, um heranzureifen, sei es für kleine Betriebe schwierig, noch im selben Jahr Nahrungsmittel anzubauen.

In der Schweiz selbst gehe der Anbau der wirtschaftlich unrentablen und umweltbelastenden tropischen Tabakpflanze zwar zurück, so die Lungenliga und die Tabakprävention. Gleichzeitig würden mit dem importierten Tabak jährlich 36 Milliarden Zigaretten produziert, drei Viertel davon für den Export in alle Welt.

Acht Millionen Todesfälle pro Jahr

Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO ist Tabak für acht Millionen Todesfälle pro Jahr verantwortlich. Trotzdem gäben Regierungen weltweit Millionen aus, um Tabakfarmen zu stützen, hatte die WHO erst am Freitag kritisiert.

Statt Tabak sollten Pflanzen zur Ernährung der Weltbevölkerung angebaut werden, sagte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus in Genf. In 124 Ländern wachsen demnach Tabakpflanzen auf 3,2 Millionen Hektaren. Lungenliga und Tabakprävention Schweiz kommen in ihrer Berechnung gar auf 4,3 Millionen Hektaren, eine Fläche mindestens so gross wie die Schweiz.

Der Weltnichtrauchertag wurde am 31. Mai 1987 von der WHO ausgerufen und steht seitdem jedes Jahr unter einem anderen Motto. Das aktuelle lautet: Nahrung statt Tabak.