Themen rund um das Coronavirus:

«SonntagsZeitung»:

Bundespräsident Guy Parmelin richtet sich vor dem Hintergrund der neu entdeckten Coronavirus-Variante Omikron mit einem Appell an die Bevölkerung. Es gelte nun, noch mehr und noch schneller zu impfen. Gerade die Booster-Impfung sei für jene, die vor mehr als sechs Monaten zum zweiten Mal geimpft worden seien, jetzt sehr wichtig, sagte Parmelin. Der Bundespräsident forderte insbesondere die Südafrika-Rückkehrer zur Vorsicht auf. Er verlange, dass diese Personen sich in Quarantäne begäben. So solle verhindert werden, dass die neue Corona-Variante rasch und breit in der Schweiz eingeschleppt werde.

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«SonntagsZeitung»:

Noch weiter als der Bundespräsident geht Richard Neher, Mitglied der Taskforce. Neher schlägt vor, die Frist zwischen der zweiten und dritten Impfung von sechs auf vier bis fünf Monate zu verkürzen. Wegen der aktuell geltenden Frist könnten sich sehr viele Menschen in der Schweiz bis Ende Jahr noch gar nicht boostern lassen. Weil sich die Zahlen der Neuinfektionen bereits auf sehr hohem Niveau bewegten, genüge es nicht, den Anstieg zu bremsen. Eine Senkung sei nötig. Dazu brauche es weitere Massnahmen, sagte Neher. Wenn die Bevölkerung in den nächsten drei Wochen soviel wie möglich boostere, lasse sich Weihnachten retten.

«SonntagsBlick»:

Gemäss einer repräsentativen Umfrage ist eine deutliche Mehrheit von 62,8 Prozent der Schweizer Bevölkerung dafür, das Regime gegenüber ungeimpften Personen zu verschärfen. Knapp zwei Drittel der befragten Personen sprachen sich dafür aus, die 2G-Regel - Teilnahme am öffentlichen Leben nur für Geimpfte und Genesene - einzuführen. Eine Impfpflicht begrüssen 53 Prozent. Gar 69 Prozent würden es begrüssen, wenn Pflegerinnen und Pfleger zur Immunisierung gezwungen würden. Rechtlich wäre ein solcher Schritt auf Basis des Epidemiengesetzes schon heute möglich. Chancenlos wäre ein Lockdown. Nur knapp jeder Fünfte kann sich für einen Stillstand erwärmen.

«NZZ am Sonntag»:

Die Chefin der wissenschaftlichen Taskforce, Tanja Stadler, ist überzeugt, dass die neue Corona-Mutation Omikron früher oder später auch den Weg in die Schweiz finden wird. Die Schweiz verfüge über ein Zeitfenster, das sie nutzen müsse, um sich vorzubereiten, sagte Stadler im Interview. Wie gefährlich das mutierte Virus sei, lasse sich noch nicht abschätzen. Bekannt sei, dass sich genesene und geimpfte Personen mit der neuen Variante angesteckt hätten. Und das Omikron sich in Gebieten durchgesetzt habe, wo die Delta-Variante vorherrschend gewesen sei. Es gelte nun, die Delta-Variante in den Griff zu bekommen, bevor allenfalls Omikron die Schweiz vor noch grössere Herausforderungen stelle.

«SonntagsBlick»:

Spitaldirektoren warnen derweil davor, dass bei weiter rasant steigenden Infektionszahlen die Triage von Patientinnen und Patienten kaum mehr vermeidbar sei. Uwe E. Jocham, Direktor des Inselspitals, richtet einen Appell an die Bevölkerung. Es sei wichtig, dass sich nun alle an die Massnahmen hielten. Das Motto laute impfen und boostern. Im Inselspital mangle es bereits beim Normalbetrieb an Personal. Es sei nicht auszudenken, wenn die Intensivstationen ausgebaut werden müssten. Ernsthafte Sorgen bereitet die Entwicklung auch Daniel Germann, Chef des Kantonsspitals St. Gallen. Er appellierte an den Bundesrat, nun koordinierte Massnahmen zu beschliessen.

«SonntagsZeitung»:

In den letzten zwei Wochen hat sich die Lage auf den Intensivstationen der Spitäler dramatisch verschlechtert. In mehreren Kantonen gebe es nur noch ein freies Bett auf der Intensivstation. Stand Freitag benötigten schweizweit bereits 190 Covid-Patientinnen und Patienten Intensivpflege - mit stark steigender Tendenz. Ab 200 Covid-Patienten würden auf den Intensivstationen weniger dringliche Eingriffe verschoben. Gleichzeitig habe in den letzten Monaten die Gesamtzahl der Intensivbetten kontinuierlich abgenommen, dies vor allem wegen des Personalmangels. Derzeit liege die Zahl noch bei 854 Betten gegenüber 1000 vor einem Jahr.

«SonntagsBlick»:

Trotz Corona-Pandemie hat sich die finanzielle Situation der Schweizer Bevölkerung in den letzten zwei Jahren eher verbessert. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage des Marktforschungsinstituts Intervista im Auftrag der Migros Bank hervor. Während jede zweite befrage Person angab, finanziell besser dazustehen als vor Ausbruch der Krise, beklagten nur 17 Prozent eine Verschlechterung. Diese überraschende Entwicklung dürfte damit zusammenhängen, dass sich die Bevölkerung während der Pandemie eingeschränkt habe. Man gehe weniger ins Restaurant, ins Kino oder an Grossanlässe.

Sonstige Themen:

«NZZ am Sonntag»:

Die Pharmabranche befürchtet, den Anschluss an den Europäischen Wirtschaftsraum zu verlieren, nachdem der Bundesrat die Verhandlungen über ein Rahmenabkommen mit der EU abgebrochen hat. Der Dachverband fordert Interpharma vom Bund, die Beziehung der Schweiz zur EU zu klären. Sonst werde die Industrie auf ihrem grössten Absatzmarkt ins Hintertreffen geraten. Die EU arbeite derzeit eine Strategie für die Pharmaindustrie aus. Das werde neue Gesetzte nach sich ziehen und Auswirkungen auf die Teilnahme am europäischen Binnenmarkt haben, sagte René Buholzer, Direktor von Interpharma.

«NZZ am Sonntag»

Der Radio- und Fernsehpionier Roger Schawinski gibt sein Comeback am Bildschirm. Knapp zwei Jahre nach dem Rauswurf beim Schweizer Fernsehen SRF erhält Schawinski beim Swisscom-Sender Blue Zoom eine eigene Sendung. Schawinski setze in seinem neuen halbstündigen Format auf seinen bisherigen konfrontativen Stil. Er sei eben kein Eunuch, zitiert das Blatt Schawinski. Er nehme bewusst eine kritische Haltung zu seinen Gästen ein, damit die Zuschauer Stellung beziehen müssten. Die erste von vorerst zehn Sendungen wird Ende Januar 2022 ausgestrahlt. Setzt sich das Konzept durch, folgt im nächsten Herbst eine zweite Staffel.

«SonntagsZeitung»/«SonntagsBlick»:

Der Steuerstreit der Grossbank Credit Suisse beschäftigt weiter die US-Justiz. Ein ehemaliger CS-Mitarbeiter hat eine Zivilklage eingereicht, um zu erreichen, dass die US-Justiz den Fall unversteuerter Gelder wieder aufrollt. Die CS verwalte trotz gegenteiliger Aussagen weiter unversteuerte US-Gelder, so der Vorwurf. In einem Kontext seien neue Konten mit insgesamt über 100 Millionen Dollar aufgetaucht. In einem weiteren Fall droht der CS Ungemach. Der georgische Ex-Premier Bidsina Iwanischwili hat über seine Anwälte Strafanzeige gegen die Bank wegen schwerer Geldwäscherei eingereicht. Diverse CS-Angestellte müssen vor dem Genfer Staatsanwalt Yves Bertossa erscheinen.

«Le Matin Dimanche»:

Die Kritiker der Corona-Massnahmen wollen ihren Widerstand gegen die Politik des Bundesrates auf politischer Ebene fortführen. Dies unabhängig vom Ausgang des Referendums gegen das Covid-19-Gesetz. Zu diesem Zweck gründen sie eine politische Bewegung mit dem Namen Aufrecht Schweiz. Getragen wird die neue Gruppierung von Bürgerrechtsorganisationen, von denen die meisten erstmals während der Corona-Krise an die Öffentlichkeit traten. Ziel von Aufrecht Schweiz ist es, mit eigenen Kandidaten an den kommenden Kantonalwahlen und an den Eidgenössischen Wahlen 2023 teilzunehmen.

(sda/val)