Swiss Property hat sich im ersten Quartal operativ erneut gut geschlagen. Zwar ist der Gewinn des Immobilienkonzerns aufgrund des Wegfalls von Einmaleffekten im Vorjahr gesunken. Aber das Kerngeschäft, die Vermietung von Geschäftsflächen, hat sich positiv entwickelt.

Insgesamt sieht sich PSP auch in einem rauer gewordenen Umfeld dank seiner starken Bilanz gut aufgestellt und bestätigt daher die Prognosen. Die Nachfrage nach Mietflächen an zentralen Lagen sei intakt, sagte Konzernchef Giacomo Balzarini an einer Telefonkonferenz anlässlich des Quartalsberichts am Freitag.

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Praktisch keinen Leerstand

«Der Markt ist solide und Nachfrage vorhanden», sagte der CEO. PSP habe praktisch keinen Leerstand. Der Liegenschaftsertrag stieg im ersten Quartal um 2,6 Prozent auf 81,1 Millionen Franken, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Der durchschnittliche Leerstand im 9,5 Milliarden Franken schweren Immobilienportfolio (Ende 2022: 9,4 Mrd.) stieg zwar auf 3,2 Prozent von 3,0 Prozent per Ende 2022. Davon wurden 0,3 Prozentpunkte aber mit laufenden Sanierungsarbeiten begründet.

Dass der Reingewinn um mehr als einen Viertel auf 57,0 Millionen Franken gesunken ist, erklärte der CEO mit den tieferen Gewinnen aus dem Verkauf von Entwicklungsprojekten und Stockwerkeigentum und weniger aktivierten Eigenleistungen. Zudem wurde in der Vorjahresperiode eine Portfolioaufwertung um knapp zwölf Millionen Franken verzeichnet, im laufenden Jahr dagegen gab es keine Neubewertungen.

Vermietung an Nebenlagen schwierig

Der Vermietungsmarkt für Qualitätsliegenschaften an zentralen Lagen in den Wirtschaftszentren, wo PSP aktiv ist, sei intakt. Vor allem in Genf und Zürich sei der Markt sehr dynamisch. Aber an Nebenlagen bleibe die Vermietung herausfordernd. Auch der Transaktionsmarkt für Objekte an guten innerstädtischen Lagen habe sich bezüglich Preise und Anfangsrenditen kaum verändert. Aber die Anzahl Transaktionen verharrte auf tiefem Niveau.

Doch sei der Markt heute mit Herausforderungen konfrontiert, wie sie es in den vergangenen zehn Jahren nicht gegeben habe. Das Zinsumfeld habe sich geändert und bei der Bewertung der Liegenschaften müsse man mit Unsicherheiten klarkommen. Die gestiegenen Zinsen und die geringere Liquidität im Transaktionsmarkt dürften sich jedoch generell auf die Bewertungen auswirken.

«Rund 90 Prozent der Mietverträge sind indexiert»

«Punktuelle Abwertungen sind deshalb nicht auszuschliessen», sagte der CEO. Bewertungen seien aber auch immer von der Immobilie und deren Vermietung abhängig. Zudem seien Bewertungen «Sache des Bewerters», sagte Balzarini.

Operativ würden die höheren Zinsen die «Leistungen» von PSP nur gering beeinflussen. Der höhere Finanzaufwand könne weitgehend kompensiert werden, da PSP die Inflation über die an die Teuerung gekoppelten Mietverträge weiterreichen könne. «Rund 90 Prozent der Mietverträge sind indexiert», sagte der CEO.

Prognosen bestätigt

Renovationsprojekte dürften im laufenden Jahr zu kleineren temporären Mietzinsausfällen führen. Dennoch erwartet PSP dank der indexierten Mietverträge, der Fertigstellung von Projekten sowie der Zukäufe des Vorjahres einen höheren Liegenschaftsertrag als 2022. Der Ertrag aus dem Verkauf von Entwicklungsprojekten und Stockwerkeigentum dürfte zurückgehen.

Insgesamt bestätigt PSP die bisherigen Prognosen von einem EBITDA ohne Liegenschaftserfolge von 285 Millionen Franken und einen Leerstand von unter 4 Prozent.

(awp/gku)