Trotz des explosiven Anstiegs der nachgewiesenen Infektionsfälle mit dem Coronavirus hat Südkorea die Kontaktbeschränkungen ein wenig gelockert. Die täglichen Fallzahlen überschritten am Donnerstag erstmals seit Beginn der Pandemie 100'000, wie die Gesundheitsbehörden am Freitag mitteilten. Die Gesamtzahl der Fälle stieg demnach um 109'831 auf knapp 1,76 Millionen.

Die Regierung beschloss, dass die Betriebszeiten für Cafés und Restaurants um eine Stunde auf 22 Uhr verlängert werden können. Sie reagierte damit auf Proteste von Kleinbetrieben und Selbstständigen, die Umsatzverluste infolge schärferer Beschränkungen beklagt hatten. Die neuen Massnahmen sollen am Samstag in Kraft treten und zunächst bis Mitte März gelten. Die Beschränkungen für private Treffen sollen jedoch weiterhin auf sechs Personen bestehen bleiben.

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Die Behörden befürchten angesichts der heissen Wahlkampfphase für die Präsidentenwahl am 9. März, dass sich die Zahl er Infektionen weiter erhöht. Die Kandidaten für die Wahl ziehen bei ihren Freiluft-Kampagnen zum Teil grosse Menschenmengen an.

Südkorea war bisher im internationalen Vergleich gut durch die Pandemie gekommen. Durch die rasche Ausbreitung der Omikron-Variante von SARS-CoV-2 hatten sich die Fallzahlen in den vergangenen Wochen um ein Vielfaches erhöht.

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Südkorea mit seinen rund 52 Millionen Einwohnern lag aktuellen weltweiten Erhebungen verschiedener Institute zufolge bei 897,8. Der Wert gibt an, wie viele Menschen sich in den vergangenen sieben Tagen pro 100'000 Menschen rechnerisch mit dem Virus angesteckt haben. Deutschland lag bei rund 1372.