«Abgesehen von einem Samstag mit schlechtem Wetter waren die Wochenenden ein voller Erfolg», sagte Koordinator Luca Veronese vom Tessiner Departement für Umwelt am Donnerstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Der zweite Winter sei mit rund 20 Prozent mehr Eintritten noch besser gelaufen als der erste.
In diesem Winter waren die beiden Eilande an fünf Wochenenden geöffnet, das fünfte und letzte ist das kommende vom 24./25. Januar. Danach öffnen die beiden Inseln im Langensee erst am 18. März wieder für die Kamelienschau von Locarno.
Der Kanton Tessin, welche die Inseln seit 2019 besitzt, ziehe eine positive Bilanz und wolle die Inseln auch im kommenden Winter wieder teilweise öffnen, erklärte Veronese. «Die Brissago-Inseln haben viel touristisches Potenzial - auch in der kalten Jahreszeit.»
Während den geöffneten Winter-Wochenenden bietet das Hotel Villa Emden einen reduzierten Gastronomieservice an, zudem gibt es eine im Eintrittspreis inbegriffene themenbezogene Schatzsuche, wie der Internetseite zu entnehmen ist. Auch werden pro Öffnungstag zwei kurze botanische Touren angeboten.
Mit der Winter-Öffnung der Brissago-Inseln machte auch der Kanton Tessin einen Schritt in Richtung touristische «Entsaisonalisierung». Ticino Turismo hatte das Thema zuletzt zu ihrem wichtigsten «Handlungsfeld» erklärt. Ziel ist es, das Tessin als Ganzjahres-Destination zu positionieren und damit auch unabhängiger vom Wetter zu werden.
Bewegte Geschichte
Die Brissago-Inseln blicken auf eine bewegte Geschichte zurück. 1885 kaufte die Baronin Antoinette de Saint Léger die zu jener Zeit verlassenen Inseln und richtete einen botanischen Garten ein. Persönlichkeiten aus Politik und Kultur besuchten die Brissago-Inseln, darunter der Dichter Rainer Maria Rilke.
1927 kaufte der Deutsche Max Emden die Inseln und liess die Villa erbauen, die heute als Hotel genutzt wird. 1949, einige Jahre nach Emdens Tod, erwarben der Kanton und drei Gemeinden sowie der Schweizer Heimatschutz und Pro Natura die Inseln; 1950 wurden sie für das Publikum geöffnet.
Pro Natura und Heimatschutz überliessen ihre Anteile 2015 den Gemeinden. Die Inseln sind heute im Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz von nationaler Bedeutung (ISOS) aufgeführt.
