Die begehrten Verifikations-Häkchen, mit deren pauschaler Vergabe an Abo-Kunden Twitter einen neuen Weg beschreitet, wurden umgehend für irreführende Posts missbraucht. So wurde über den angeblichen Account des Basketball-Stars LeBron James am Mittwoch verkündet, dass er die Los Angeles Lakers verlassen wolle.

Es war einfach, den Account für echt zu halten: Neben dem Namen des Sportlers stand das bekannte weisse Häkchen auf blauem Hintergrund, und auch der Account-Name war zum Verwechseln ähnlich: "@KINGJamez" statt des echten "@KingJames". Der Account wurde zwar gesperrt - aber erst nachdem er bereits breitere Aufmerksamkeit bekommen hatte. Auch für andere Prominente und Unternehmen wurden Fake-Accounts angelegt.

Partner-Inhalte
 
 
 
 
 
 

Graues Häkchen aufgegeben

Das Verifikations-Häkchen war bisher Prominenten, Politikern, Organisationen und Unternehmen vorbehalten, deren Identität von Twitter geprüft wurde. Nach dem neuen System bekommen es alle, die ein Abo für acht Dollar im Monat abschliessen. Eine Prüfung gibt es nicht mehr. Twitter-Chef Elon Musk sagte, er gehe davon aus, dass die Authentifizierung durch Bezahldienste und App-Plattformen sowie das Risiko, bei Verstössen den Account und das bezahlte Geld zu verlieren, ausreichenden Schutz gegen Missbrauch böten.

Zeitweise war auch ein zusätzliches graues Häkchen für bisherige Inhaber verifizierter Accounts geplant. Musk stoppte dessen Einführung am Mittwoch erst, als die ersten Profile das Häkchen schon bekommen hatten.

Der Tech-Milliardär hatte nach der rund 44 Milliarden Dollar schweren Übernahme von Twitter als einen der ersten Schritte die Neuordnung der Account-Verifizierung angekündigt. Er verkündete, dass bisherige Inhaber verifizierter Accounts, die keine acht Dollar im Monat bezahlen wollen, in einigen Monaten ihre Häkchen verlieren würden.