Von Reuters befragte Ökonomen hatten mit einem Anstieg von 2,7 Prozent gerechnet. Im zweiten Quartal hatte das Bruttoinlandsprodukt noch um 6,7 Prozent zugelegt.

Damit ist die Wirtschaft der Vereinigten Staaten so langsam gewachsen wie seit mehr als einem Jahr nicht mehr. Wie fast überall auf der Welt nehmen die Corona-Infektionen wieder zu, globale Lieferschwierigkeiten treffen auch amerikanische Unternehmen und die mangelnde Verfügbarkeit vieler Produkte wie elektronische Geräte und Autos dämpft die Kauflaune der Konsumenten.

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"Die US-Wirtschaft läuft Gefahr zu stagnieren", sagte Thomas Gitzel, Chefökonom der VP Bank. "Der Mangel wird zunehmend zu einem ernstzunehmenden konjunkturellen Risiko."

Dies teilte das Handelsministerium am Donnerstag in Washington nach einer ersten Schätzung mitteilte. Im zweiten Quartal war die grösste Volkswirtschaft der Welt noch um annualisiert 6,7 Prozent gewachsen. Ökonomen hatten damit gerechnet, dass sich die amerikanische Konjunktur in den Monaten Juli bis September abgekühlt hat. Sie waren allerdings im Schnitt von einem etwas stärkeren annualisierten Wachstum um 2,6 Prozent ausgegangen.

In den USA werden Wachstumszahlen für die Quartale stets auf das Jahr hochgerechnet, also annualisiert. Sie geben damit an, wie sich die Wirtschaft entwickeln würde, wenn das Wachstumstempo ein Jahr lang anhielte. In Europa wird auf diese Methode verzichtet, weshalb die Zahlen nicht unmittelbar miteinander vergleichbar sind.

Neue Einschränkungen wegen Covid-19

Die USA wurden in den Sommermonaten heftig von der Delta-Variante getroffen - insbesondere in den südlichen US-Bundesstaaten. Das BIP spiegele nun die anhaltenden wirtschaftlichen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie wider, so das Handelsministerium.

"Steigende Covid-19-Fallzahlen führten zu neuen Einschränkungen und Verzögerungen bei der Wiedereröffnung von Betrieben in einigen Teilen des Landes." Expertinnen und Experten gehen davon aus, dass sich die Situation im vierten Quartal verbessern könnte, da auch die Corona-Fallzahlen aktuell im Land wieder deutlich zurückgehen.

Am US-Arbeitsmarkt hat sich die Lage weiter verbessert. In der vergangenen Woche sind die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe im Wochenvergleich um 10'000 auf 281'000 gesunken, wie das Arbeitsministerium mitteilte. Es ist der mittlerweile vierte Rückgang in Folge. Der jüngste Rückgang fiel etwas stärker als erwartet aus. Seit Beginn des Jahres ist die Zahl der Anträge wegen der Aufhebung von Corona-Beschränkungen kräftig gefallen.