Jeder könne tun, was er wolle, wenn die Welthandelsorganisation (WTO) verschwinden würde, mahnte die Nigerianerin bei einem Auftritt vor den bei der UNO in Genf akkreditierten Korrespondenten. Das erinnere an die Auswirkungen des Protektionismus in den 1930er-Jahren. «Niemand möchte einen schlechten Film noch einmal sehen», so die WTO-Direktorin.

Sie wies jedoch darauf hin, dass trotz der amerikanischen Zölle und der Spaltungen mehr als 70 Prozent des Welthandels weiterhin nach den Regeln der WTO abgewickelt würden. Dies zeige die «Robustheit» der Institution auf.

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Ihrer Meinung nach müssten die aktuellen Spannungen wegen des Wunschs der USA nach Handelsabkommen, die nicht den WTO-Regeln der «Meistbegünstigung» entsprechen, diskutiert werden. Dieser Grundsatz sieht vor, dass der einem Land gewährte Vorteil auch allen anderen Ländern gewährt werden muss.

Reform im Mittelpunkt der Ministerkonferenz

Die Reform der Organisation wird im Mittelpunkt der Ministerkonferenz in Yaoundé in Kamerun Ende März stehen. Ein Arbeitsprogramm, das der von der Regierung Donald Trumps gescholtenen Institution eine neue Ausrichtung geben soll, liege auf dem Tisch.

Die WTO-Direktorin wollte sich nicht wie der Vermittler der Verhandlungen, Botschafter Petter Olberg, zur Frage des Überlebens der WTO im Falle eines Scheiterns äussern. «Aber wir wissen, dass wir uns reformieren müssen», insbesondere um die WTO an die Veränderungen im Zusammenhang mit den neuen Technologien anzupassen.

Zu den weiteren Themen, die in Yaoundé zu reden geben werden, gehört die mögliche Verlängerung eines Moratoriums für Zölle auf den elektronischen Handel, was für Länder wie die Schweiz von grosser Bedeutung ist.