Beratungsbedarf wird steigen

Markus Leibundgut über die digitale Zukunft der Swiss Life
Swiss Life
Swiss Life Schweiz-Chef Markus Leibundgut: «Die Konzepte für neue Produkte haben wir in der Schublade.»
Wie Markus Leibundgut, Chef der Swiss Life Schweiz, die digitale Zukunft bewältigen will. Und was das für die Berater bedeutet.
by
Kurt Speck
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Die neuen Technologien werden auch die Geschäftsmodelle der Lebensversicherer nachhaltig verändern. Davon ist Markus Leibundgut, CEO der Swiss Life Schweiz überzeugt. Bedroht fühlt er sich durch solche Start-ups nicht, denn ähnlich wie in anderen Industrien brauchen solche Jungfirmen die grossen etablierten Unternehmen, um die notwendigen Skaleneffekte zu generieren.
 
 

Aussendienst in Bedrängnis?

Die Vorsorgeberater könnten in die Defensive geraten, wenn sie den technologischen Wandel nicht mitgehen. Es gilt, diese neuen Kanäle zu nutzen. Entsprechend verändern sich auch die Anforderungsprofile für die Berater. Der Markt- und Konkurrenzdruck hat auch bei Swiss Life dazu geführt, dass das Kostenmanagement ein Dauerthema geworden ist. Doch die Programme zur Effizienzsteigerung führen gemäss Markus Leibundgut weder zu einer Straffung des Filialnetzes noch zu Personalabbau. Denn der Beratungsbedarf werde in Zukunft steigen; es gehe daher vielmehr darum, die Berater richtig einzusetzen.
Und doch: Die Prämieneinnahmen bei Einzelversicherungen sind allgemein rückläufig. Bei Swiss Life sind die periodischen Prämien leicht gewachsen, so Leibundgut im Gespräch mit der «Schweizer Versicherung». Weil weniger Einmaleinlagen-Geschäft verkauft wurde, hat sich das Geschäft mit Einzelversicherungen insgesamt um 1 Prozent vermindert. Deshalb zeigt sich der Schweiz-CEO auch nicht besorgt. Die Langfristigkeit und Gesundheit des Bestandes hängt primär an den periodischen Prämien. Ein vernünftiger Zinsanstieg würde helfen. Bereit ist die Swiss Life jedenfalls: «Die Konzepte für neue Produkte haben wir in der Schublade.»
 
 

Vergabe von Hypotheken intensiviert

Im aktuellen Marktumfeld setzt Swiss Life deshalb noch mehr auf Immobilien, die ein zentrales Vorsorgethema sind, dies auch wegen der laufenden Erträge. Deshalb hat der Lebensversicherer die Vergabe von Hypotheken intensiviert. Damit gerät Swiss Life auch stärker in Konkurrenz mit den Banken. Leibundgut: «Wir wollen die Hypothekenvergabe weiterentwickeln, um unseren Kunden beim Erwerb von Wohneigentum interessante Angebote zu unterbreiten.» Derzeit beläuft sich das Hypothekenportfolio auf rund 7,5 Milliarden Franken, wobei Swiss Life hier allein im vergangenen Jahr etwa 8 Prozent wachsen konnte.
Andere Versicherer haben sich zur Ausweitung der Geschäftstätigkeit an neuen digitalen Immobilien-Plattformen beteiligt. Swiss Life verfolgt eine andere Strategie. Bei der Vergabe von Hypotheken ist die Gesellschaft nirgendwo beteiligt, arbeitet aber beim Vertrieb mit Partnern zusammen. Knapp die Hälfte der Neuhypotheken kommt über externe Anbieter, darunter auch digitale Plattformen. Etwa ein Drittel wird durch den eigenen Aussendienst generiert, und der Rest entfällt auf diverse andere Kanäle. Swiss Life investiert aber auch selber in digitale Geschäftsmodelle, hält beispielsweise zusammen mit Axa eine Mehrheit an der Plattform Sobrado, über die Versicherer und Broker ihr BVG-Geschäft abwickeln können. Dazu kommt eine kleine Beteiligung am digitalen Wohnungsvermittler Flatfox. Und vor kurzem ist Swiss Life auch beim KMU-Dienstleister Bexio eingestiegen. Markus Leibundgut: «Insgesamt sind wir in diesem Bereich äusserst aktiv und prüfen laufend, welche Ökosysteme in der digitalen Welt entstehen und wie wir sie nutzen können.» Ein Engagement müsse aber eine Weiterentwicklung ermöglichen, sei es zur Schliessung von Lücken im eigenen Geschäftsmodell, dem zusätzlichen Angebot an Dienstleistungen, oder bei den Prozessen und neuen Technologien.
 
 
 
Das vollständige Interview mit Markus Leibundgut finden Sie in der aktuellen Ausgabe (05/18) der «Schweizer Versicherung».