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Luftfahrt

CSeries: Das Wichtigste zum neuen Swiss-Flieger

CSeries: Die Swiss ist Erstkundin. Bombardier
Die Swiss ist weltweit die erste Airline, die den neuen Kurz- und Mittelstrecken-Jet von Bombardier in ihre Flotte übernimmt. Sechs Fragen und sechs Antworten zur CSeries.
von am

1. Warum gibt es neue Maschinen?
Die Fluggesellschaft Swiss mustert ihre Avro RJ100  (Jumbolino) aus. Sie sind seit etwa 20 Jahren im Dienst. Nun werden sie innerhalb der nächsten 2 Jahre durch die CSeries von Bombardier ersetzt. Die CSeries soll auch als Ersatz für einige Flieger der Airbus-A320-Familie eingesetzt werden. Bestellt hatte der Swiss-Mutterkonzern Lufthansa die Bombardier-Flugzeuge bereits im Jahr 2009.

2. Wann und wohin wird der Jet fliegen?
Die erste CSeries in Swiss-Bemalung und mit Swiss-Bestuhlung soll erstmals am ­­­­Freitag, 1. Juli (zwischen 16.40 und 17.20 Uhr auf Piste 16), am Flughafen Zürich landen. Am 15. Juli wird die CSeries zum ersten regulären Passagierflug abheben: Die Reise geht von Zürich nach Paris (Flugnummer LX638). Weitere Ziele in den folgenden Wochen sind unter anderem Budapest, Prag, Manchester, Brüssel und Warschau. Im Juni 2015 war bereits ein CSeries-Testflugzeug in Swiss-Optik in Zürich gelandet.

3. Was ist neu an dem Flieger?
Die CSeries ist kein modifiziertes bestehendes Modell, sondern ein komp­lett neu entwickeltes Flugzeug. Die CSeries ist leichter als vergleichbare Flugzeugtypen, dadurch wird Kerosin gespart: Gegenüber der Jumbolino-Flotte liegt der Treibstoffverbrauch um ein Viertel niedriger. Zudem ist  der Flieger deutlich leiser – das soll besonders lärmempfindlichen Flug­hafen-Anwohnern zugute kommen.

4. Welche Typen gibt es?
Bombardier produziert die ­CSeries in zwei Varianten: Es gibt die grössere Variante vom Typ CS300 (für ca. 145 Passagiere) sowie die kleinere vom Typ CS100. Die Swiss hat 30 Maschinen bestellt, davon mindestens 15 CS300. Die CS100 der Swiss soll 125 Sitzplätze haben, 16 in der Business und der Rest in der Economy. Im Cockpit arbeiten zwei Swiss-Angestellte, in der Kabine sind es deren drei.

5. Welche Probleme hat der Hersteller?
Bei der Planung, Entwicklung und Produktion der CSeries durch Bombardier gab es erhebliche Probleme. Es kam zu Verzögerungen, die in der Luftfahrtbranche zwar nicht ungewöhnlich sind. Doch musste Bombardier der Swiss aufgrund der dreijährigen Verspätung hohe Rabatte gewähren. Ohnehin ist Bombardier finanziell unter Druck, das Unternehmen schreibt rote Zahlen und ist hoch verschuldet. Der kanadische Staat musste bereits Finanzhilfen leisten. Bombardier-Konkurrenten argwöhnen derweil  Preisdumping. Immerhin: Airlines wie Delta, Air Canada und Air Baltic  kaufen ebenfalls die CSeries und geben damit dem neuen Flieger Rückenwind. 

6. Wo liegen die Hürden für Swiss?
Bisher hat keine Fluggesellschaft  der Welt die CSeries im Einsatz gehabt. Die Swiss ist Erstkundin, muss daher auch als Erste mit allen Kinderkrankheiten zurechtkommen, die beim ­Betrieb eines ganz neuen  Flugzeugtyps auftreten können – ohne die Kunden zu verärgern. ­Ausserdem müssen sich Swiss-Mit­arbeiter nicht nur an die neue CSeries gewöhnen. Kürzlich stiess die Boeing 777-300ER zur Swiss-Flotte. Gleich zwei neue Flugzeugtypen in so kurzer Zeit einzuführen, ist für eine Airline eher ungewöhnlich.

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