FAMILIE LATSIS | GE

Bank | Schifffahrt
4–5 Milliarden

Als Senior John Spyridon Latsis im April mit 92 Jahren starb, wusste er sein Lebenswerk mit Sohn Spiro J. Latsis (Bild) am Steuerrad im richtigen Fahrwasser. Die Kursänderung, nämlich Drosselung der Schifffahrt und Volldampf im Bankbusiness, hatte der Patriarch selbst schon 1979 in der Schweizer Wahlheimat mit dem Erwerb der Deposit Bank in Genf eingeleitet. Der Latsis-Clan expandierte das Finanzgeschäft in die griechische Heimat, sichtbar bei der börsenkotierten EFG Eurobank Ergasias.

Inzwischen zählt das Geldgeschäft unter dem Dach der Genfer EFG Bank Group international zu den führenden Privatbanken. Der schweizerische EFG-Arm domiziliert mit dem Logo EFG Private Bank in Zürich – mit nationalen Ablegern im Waadtland und im Wallis, aber auch mit internationalen Töchtern in Amerika und Asien. Die regionale Präsenz am Genfersee stärkte die Latsis-Bank, als sie im Frühsommer mit der Banque Edouard Constant aus dem Fundus der Sandoz-Sippe Landolt zusammenspannte. Latsis sieht sich nun als «einen der Major Player im schweizerischen Privatbanksektor» mit einem «Volumen von 20 Milliarden Franken in der Vermögensverwaltung».

Familie Hinduja | GE

Banken | Mischkonzern
4–5 Milliarden

Aus Indien über den Iran nach Europa: Die Hinduja-Familie hatte eine Odyssee hinter sich, als die vier Söhne des Konzerngründers Parmanand D. Hinduja Ende der Siebzigerjahre in Genf und London landeten. Prakash P. Hinduja, der Drittälteste, und dessen Stammhalter Ajay P. residieren am Genfersee, überwachen zum Beispiel das kapitalkräftige Finanzgeschäft der Amas-Gruppe mit Niederlassungen der Amas Bank (Switzerland) in Zürich, Basel und Luzern.

Der traditionell auch in Asien verbreitete (und bestens informierte) britische Nachrichtensender BBC nennt den Hinduja-Clan «die erfolgreichsten Einwanderer aus Asien in Europa». Mit über 25 000 Beschäftigten in rund 50 Ländern und Tochterfirmen im Energie- und Chemiesektor, in der Telekommunikation, im Öl-
und Fahrzeugbusiness sowie im Fernseh- und Filmgeschäft scheffelt die Sippe Milliarden.

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Familie de Picciotto | GE

Banken
3–4 Milliarden

Die im vergangenen Jahr angekündigte Restrukturierung der Union Bancaire Privée (UBP) beginnt Früchte zu tragen. Nach der Fusion mit der Discount Bank der Familie Recanati sind bei UBP Gewinn und verwaltete Vermögen wieder im Steigen begriffen (siehe «Familie Recanati» unten). Bankengründer Edgar de Picciotto hat sich zum Erstaunen der Branche nicht aus dem Geschäftsleben zurückgezogen und ist mit alter Frische am Werk.

Neuerdings arbeitet nebst seinen beiden Söhnen, seinem Bruder und seinem Neffen auch seine Tochter Anne für das Institut. Gegenwärtig verwaltet die UBP rund 70 Milliarden Franken an Vermögen. Der Clanführer soll sich schon vor Jahren zum Ziel gesetzt haben, bis zu seinem 75. Geburtstag 100 Milliarden Franken zu verwalten. Im Oktober 2004 ist es so weit. Aber noch fehlen 30 Milliarden. Bleibt ein Jahr, um einen Konkurrenten zu schlucken und damit die Hundertergrenze doch noch zu erreichen.

Familie Recanati | GE

Bank | Schifffahrt
1,5–2 Milliarden

Oudi Recanati erfreut sich ruhiger und glücklicher Tage am Ufer des Genfersees. Nach dem Verkauf der Discount Bank an die Union Bancaire Privée (siehe «Familie de Picciotto» auf Seite 126) im Jahr 2002 hat die Familie Recanati nach einem Streit in diesem Jahr auch noch ihre Anteile an der israelische Holding IDB an ein Investorenkonsortium abgetreten. Oudi Recanati ist dieser Tage damit beschäftigt, den Verkauf seines Anteils abzuschliessen. Allerdings bleibt er Hauptaktionär des an der New-Yorker Börse kotierten Schifffahrtsunternehmens Overseas Shipholding Group. Von den vielen Familienmitgliedern lebt nur Oudi Recanati in der Schweiz.

Bruce Rappaport | GE

Banken | Reederei | Ölhandel
1–1,5 Milliarden

Bruce Rappaport (81), hochkarätiger Financier mit Fokus Seefahrt, Bankgeschäft und Erdöl, hat sich aus dem Geschäftsleben zurückgezogen. Seinen Lebensabend verbringt er in Monaco und Genf, ist aber immer noch Präsident und Mehrheitsaktionär der Bank of New York-Inter Maritime und der Stiftung Beit Girsa.

Letztere verwaltet die Mittel der neuen jüdischen Schule, die in Veyrier bei Genf gebaut wurde – ein Gebäude von «gewagter Architektur», wie ein Mitglied des Gemeinderates verlauten liess.

Benjamin de Rothschild | GE

Bank | Wein | Immobilien
1–1,5 Milliarden

Die von verschiedenen Zweigen der berühmten Bankierdynastie Rothschild kontrollierten Institute, die Pariser Rothschild Banque sowie die Londoner NM Rothschild, haben ihre Besitzstruktur gestrafft und die Häuser in eine gemeinsame Holding eingebracht.

Seither wird in Genf spekuliert, ob sich nicht auch der schweizerische Zweig bald stärker in das weit verzweigte Familienimperium einbinden lässt. Eine Neugruppierung auf internationaler Ebene wäre ein durchaus probates Mittel, um gegen-über der Konkurrenz an Stärke zulegen zu können.

Allerdings ist Benjamin de Rothschild, Vertreter des Genfer Familienclans und damit des vermögendsten Rothschild-Ablegers, für seinen Unabhängigkeitsdrang bekannt.

Im Moment jedenfalls lässt nichts darauf schliessen, dass der Vierzigjährige die Nähe zu seinen Cousins in Paris und London sucht.

Familie Vontobel | ZH

Banken
900–1000 Millionen

Die Familie Vontobel kann aufatmen: Ihre Bank ist wieder auf Kurs. Die Schuld, die wegen der unrechtmässigen Bereicherung beim Börsengang des New-Economy-Unternehmens Think Tools auf der noblen Bank gelastet hatte, ist dieses Jahr mit der Zahlung von 21,3 Millionen Franken an das IKRK beglichen worden. Zudem haben CEO Herbert Scheidt und Präsident Peter Wagner erfolgreich Anstrengungen unternommen, die in Boomzeiten aufgebauten Kostenblöcke abzutragen.

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Um den Clan ist es still geworden. Zwar kontrolliert Hans-Dieter Vontobel über einen familiennahen Aktionärspool nach wie vor 67 Prozent der Bank, hat sich aber aus dem Tagesgeschäft vollständig zurückgezogen. Vontobel widmet sich seinem Gestüt in Südfrankreich, wohin er sich nach seinem Abgang bei der Bank vergangenes Jahr zurückgezogen hat. Einzig Hans Vontobel (87) sorgt hie und da für Publicity: etwa als Gönner des Zürcher Zoos. Mit einem zweistelligen Millionenbetrag hat er dessen Masoala-Regenwald ermöglicht.

FAMILIE SARASIN | BS

Banken
600–700 Millionen

Eric Sarasin blickt weit über seinen Tellerrand hinaus. Immer wieder macht der Nachkomme der alteingesessenen Basler Banquierfamilie Sarasin mit Engagements von sich reden, die ziemlich atypisch sind für einen seines Standes. Zum Beispiel, als er sich Ende der Achtzigerjahre für die Gründung eines der ersten Aids-Hospize stark machte, obschon diese Krankheit in seinem Milieu nicht existent war. Oder als er als Pionier ethische Fonds ins Leben rief, deren wichtigstes Kriterium für einen Investitionsentscheid die Nachhaltigkeit ist.

Der 45-Jährige vertritt die Banquierfamilie in fünfter Generation und leitet die Bank Sarasin in Genf. Seinen Status als «Teilhaber» hat er im Frühjahr 2002 gegen den Status «Partner» eingetauscht: Damals entschied er zusammen mit den übrigen Besitzern der Bank Sarasin, 28 Prozent am Unternehmen an die holländische Rabobank zu verkaufen. Der Abschied vom Privatbankenstatus hatte seinen Preis: Wertberichtigungen und Restrukturierungskosten verschlangen 341 Millionen Franken, 2002 endete mit einem Verlust von 316 Millionen Franken. Und da der Handel mit den Holländern nach schnellem Geld roch, reagierte der Basler Daig düpiert.

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Seither ist viel Wasser den Rhein hinuntergeflossen und das Ansehen der Bank-Sarasin-Eigner, die ihren Besitz in der Eichbaum Holding untergebracht haben, wiederhergestellt: In diesem Geschäftsjahr schreibt die Bank dank Stellenabbau und Kostensenkungsprogrammen wieder schwarze Zahlen. Das Ringen um mehr Effizienz geht weiter. Bis 2009 hat die niederländische Rabobank nämlich die Option, die Bank Sarasin ganz zu übernehmen. Die Basler Banquiers werden also versuchen, ihre Ausgangslage für die Zukunft weiter zu verbessern.

Familie Bär | ZH

Banken
600–700 Millionen

Die Bank Bär soll bleiben, was sie ist: eine Privatbank. Das haben die 38 Mitglieder des Familienclans mit einem Aktionärsbindungsvertrag bis 2032 feierlich besiegelt. Zudem hat die Familie in diesem Jahr auch den Generationswechsel in der Bankenführung vollzogen: Thomas Bär (66) hat seinem Neffen Raymond Bär (43) im Mai das Präsidium überantwortet und widmet sich seither seinem Weingut in der Toskana.

Der 41-jährige Michael («Mike») Bär konnte bei dieser Rochade zum Chef des Bereichs Private Banking aufsteigen. Die neuen Bären wollen nach den aufreibenden Jahren mit Stellenabbau, Gewinneinbrüchen und Aderlass bei den Kundenvermögen nun vor allem eins: viel Kontinuität.

Beat Notz, Christian Stucki und Teilhaber | GE

Banken
400–500 Millionen

Die Notz Stucki Group vermochte 2003 ihre Position als wichtigster unabhängiger Vermögensverwalter auf dem Platz Genf zu festigen. Das Unternehmen gilt als äusserst diskret und offeriert über Niederlassungen in Genf, Zürich, London, New York, Luxemburg und weiteren vier Städten Portfolio-Managementdienste an Privatinvestoren. Der nach den beiden Gründern benannte Vermögensverwalter sah sich dieses Jahr von grossen Finanzinstituten umworben. Doch Beat Notz, Christian Stucki sowie weitere Teilhaber sind nicht verkaufswillig.

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Familien Cornaro und Dell’Acqua | TI

Banken
300–400 Millionen

Während Fabia Dell’Acqua-Cornaro als Präsidentin der Cornèr-Bank-Mehrheitsaktionärin Finmec Holding fungiert, führen Ehemann Luigi Dell’Acqua und Bruder Vittorio Cornaro als Generaldirektoren die Cornèr Bank. Das Geschäft läuft glänzend:

556 000 Personen beziehen ihre Visa- oder Mastercard-Kreditkarte von der Luganeser Bank. Zwar waren die Auswirkungen der neuerlichen Steueramnestie in Italien weniger schlimm als befürchtet. Ein Gewinneinbruch im zweistelligen Prozentbereich aber liess sich dennoch nicht vermeiden. Die schwächeren Erträge sind die Folge der Probleme im Private Banking sowie des deutlich höheren Betriebsaufwands.

Familie Syz-Abegg | ZH

Banken | Filmgeschäft
300–400 Millionen

Nur auf den ersten Blick ist es ungewöhnlich, wenn die Zuger Kantonalbank ab Mitte 2004 ihre Wertschriftentransaktionen über die Informatikplattform der Bank Maerki Baumann abwickelt. Deren Präsident Hans Georg Syz-Witmer (46) sieht darin die Bestätigung, dass die IT-Lösungen aus seinem Haus Vertrauen geniessen. Die Zürcher Privatbank, die knapp fünf Milliarden Franken Kundenvermögen verwaltet, ist seit Anfang 2002 fast vollständig in Besitz von Raymonde Syz-Abegg (69).

Ihr Sohn Hans G. Syz ist weit mehr als Bankier. Er ist ausgebildeter Kameramann und Filmproduzent, besitzt die Turnus Film, steht der Kuoni und Hugentobler Stiftung vor – diese hält am Reiseveranstalter Kuoni ein Viertel der Ak-tienstimmen und 6,7 Prozent des Kapitals – und befasst sich als Verwaltungsrat bei Burckhardt + Partner mit Architektur. Im Weiteren setzt sich Syz als Quästor der Tonhalle-Gesellschaft für den Bau eines neuen Kongresszentrums in Zürich ein. Und beim Yeti Club Zermatt, für den Syz als Revisor amtet, geht es nicht um Schnee- und Fondueplausch – die private Trägerschaft einer Stiftung sichert vielmehr die berufliche Vorsorge der Bergführer im Walliser Ferienort.

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Frank Peter und Familie Bodmer | ZH

Banken | Beteiligungen
200–300 Millionen

Seit Generationen ist die vor mehr als 250 Jahren gegründete Zürcher Privatbank Rahn & Bodmer ausschliesslich in Besitz der drei Familien Rahn, Bidermann und Bodmer. Frank P. Bodmer (79) betreut nach wie vor einen Kundenstamm, sein Sohn André M. (42) zählt zu den fünf Partnern, und dessen Zwillingsbruder René H. (42) arbeitet ebenfalls im Bankhaus. Dazu gehört der Bankierfamilie eine Mehrheit an der Präzisionsmaschinenfabrik Reishauer.

Gerard de Geer | VS

Banken | Öl
200–300 Millionen

Gerard de Geer hat ein Händchen für gute Geschäfte. In den Achtzigerjahren baute der Schwede die Investment-Bank Enskilda Securities auf und verkaufte sie später an die zum Wallenberg-Imperium gehörende SEB. Nach dem Fall der Berliner Mauer geschäftete der mit der schwedischen Aristokratie eng verbundene de Geer vorwiegend in Russland. Seine Nähe zum damaligen russischen Finanz- und Privatisierungsminister Anatoli Tschubais, dessen Berater de Geer war, half ihm dabei.

Das Ergebnis: erstens die gut laufende Investment-Bank Brunswick, von der de Geer im Mai 1997 die Hälfte an die damalige SBC Warburg (heute in der UBS aufgegangen) verkaufte; zweitens die Ölfirma Kanthy Mansiysk Oil, die er letzten Mai an die amerikanische Marathon Oil verkaufte. Das brachte ihm und seinem Compagnon John Fitzjohn mindestens 120 Millionen Franken ein. Seit diesem Jahr hat der 57-jährige de Geer ein festes Winterdomizil in den Walliser Alpen.

Familien Guth, Dreyfus | BS

Banken
200–300 Millionen

Seit nunmehr 190 Jahren befindet sich das noble Basler Bankhaus Dreyfus ununterbrochen in Familienbesitz und beschränkt sich seit 1939 auf den Standort Basel (damals wurde die 1868 gegründete J. Dreyfus & Co in Frankfurt «arisiert»). Die Privatbank, die seit 1942 als AG firmiert, ist extrem solide finanziert. Die Eigenmittel betragen nach eigenem Bekunden ein Mehrfaches des gesetzlich Vorgeschriebenen. Will heissen: gegen ein Viertel der Bilanzsumme von über einer Milliarde Franken. Heute wird die Besitzerfamilie von Andreas Guth (Präsident) und seinem Cousin Pierre Dreyfus (Vizepräsident) repräsentiert.

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Familie Hottinger | ZH

Banken
200–300 Millionen

«Allmählich schwindet die Lust am Private Banking», sagt Henri J. Stalder, Mitglied der Geschäftsleitung des Zürcher Finanzinstituts Hottinger. Die steigende Zahl von Verordnungen und Vorschriften verteuerten das Geschäft. Mit lediglich 108 Angestellten, davon 36 in Zürich, betreibt das exklusive Bankhaus neben der Genfer Filiale ein nahezu weltumspannendes Netz mit Vertretungen in New York, Paris, London, Toronto, Wien, Luxemburg und Nassau. 1401 erwarb die Familie Hottinger das Bürgerrecht in Zürich, betrieb ab dem späten 18. Jahrhundert in Frankreich Bankgeschäfte, ehe sie im Gefolge der 68er-Unruhen vor 35 Jahren zu ihren Wurzeln zurückkehrte.

Baron Henri (69), dessen Bruder Paul (61) und Henris Söhne Rodolphe (47) und Frédéric (42) sind in sechster und siebenter Generation mit ihrem Hab und Gut voll haftetende Gesellschafter.

Thomas Matter | ZH

Private Banking
200–300 Millionen

Seinen Anteil an der Swissfirst Bank hat er in den letzten Jahren sukzessive reduziert, dieses Jahr von 22 auf 20 Prozent. Gut möglich, dass ein strategischer Investor aus Beständen des Firmengründers ein Paket schnürt. Derweil hat Matter im Sommer gut fünf Prozent des Internetbrokers Swissquote übernommen, ein «rein persönliches Investment» ohne geschäftlichen Hintergrund, wie er beteuert. Matter ist überzeugt, dass Swissquote mit einem Börsenwert von 80 Millionen Franken (Stand September) «deutlich unterbewertet ist und in der nächsten Börsenhausse überdurchschnittlich profitieren wird».

René de Picciotto | GE

Bank | Hotellerie
200–300 Millionen

René de Picciotto hat im letzten Mai seinen Anteil an der Compagnie Bancaire Genève an die Société Générale verkauft, und dies zu einem guten Preis. Schätzungen gehen von einem Erlös von gegen 300 Millionen Franken aus. Das Unternehmen, das René de Picciotto und sein Cousin Philippe Setton gegründet haben, verwaltet rund zwölf Milliarden Franken an Kundengeldern. Vor dem Verkauf kontrollierten René – ein entfernter Verwandter der Familie de Picciotto, welche die Union Bancaire Privée kontrolliert – und seine Frau 61 Prozent des Instituts.

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Darüber hinaus hält René de Picciotto die Mehrheit an der Gesellschaft, der das «Crowne Plaza» beim Genfer Flughafen gehört, mit 500 Zimmern das grösste Hotel der Schweiz.

Charles-Henri Sabet | GE

Bank
200–300 Millionen

Charles-Henri Sabet (41), Präsident des Direktionskomitees und Gründer der Genfer Synthesis Bank, hat Mohammed Al-Khereiji als neuen Gesellschafter und VR-Präsidenten in das Institut aufgenommen. Mohammed ist der jüngste Spross der Familie Al-Khereiji, die seit einigen Jahren in der BILANZ-Reichstenliste vertreten ist (siehe Seite 178). Die erst vier Jahre alte Synthesis Bank ist auf dem besten Weg in die Gewinnzone: «Die Ertragszahlen sind noch knapp rot, sollten aber 2004 schwarz sein», versichert Charles-Henry Sabet.

Peter Marxer | FL

Treuhand | Bank
100–200 Millionen

Peter Marxer, Seniorchef der Anwaltskanzlei Marxer & Partner und der Treuhandfirmen Confida, Inhaber diverser liechtensteinischer Finanzhäuser sowie Präsident des Verwaltungsrates und Mehrheitsaktionär (67,5 Prozent) der Centrum Bank, hat sein Feld bestellt. Mit Peter Marxer junior, Jurist wie sein Vater, steht der Nachfolger bereit. Schaltzentrale und Family-Office für solvente Kunden ist die Anwaltskanzlei mit neun Partnern und gut 60 Mitarbeitern.

Zahlen gibt es nur für die Centrum Bank: 2002 stiegen die Eigenmittel zwar um 11,3 Prozent auf 119,4 Millionen Franken, doch der Reingewinn sank um 24 Prozent auf 14,5 Millionen. Auch das erste Halbjahr 2003 brachte keine Besserung, der Gewinn sank um 8 Prozent. Das verwaltete Vermögen stellt sich auf 4,7 Milliarden Franken.

DIE GENFER PRIVATBANKIERS
Privatbankiers generell, aber speziell jene von Genf be-tonen immer wieder, dass der Wert ihres eigenen Instituts höchst theoretischer Natur sei. Das hat nicht zuletzt ewas mit der bei Privatbanken üblichen Rechtsform zu tun; bei diesen Häusern handelt es sich um Personengesellschaften, deren Partner persönlich und unbeschränkt für allfällige Verluste haften. Seit die Institution Privatbank existiert, ist dieser Umstand ein wichtiges Marketingargument, um Verwaltungsaufträge für grosse Familienvermögen zu akquirieren.


Andererseits setzt die Rechtsform als Personengesellschaft der Bankexpansion Grenzen, vor allem wenn es um die Übernahme eines Konkurrenten geht, der als Aktiengesellschaft geführt wird. Die einzelnen Bankiers sind durch einen höchst vertraulichen Vertrag an ihr Institut gebunden, der die Besitzverhältnisse der Inhaber regelt. Dieses Dokument ist eines der bestgehüteten Geheimnisse im ohnehin schon diskreten Gewerbe der Privatbanken.


Pictet & Cie | 3 bis 4 Milliarden


Privatbanken geniessen gerade in schwierigen Zeiten Vertrauen. Pictet jedenfalls vermochte ihre verwalteten Vermögen bis September 2003 kräftig auf 115 Milliarden Franken zu erhöhen. Das Hauptereignis dieses Jahres bildet jedoch der Verkauf des Hauptgebäudes im Stadtzentrum für 130 Millionen Franken an die «Winterthur» Leben. Im Jahr 2006 zieht Pictet nach Carouge um.


LODH & Cie | 3 bis 4 Milliarden


Die im Sommer 2002 angekündigte Fusion von Lombard Odier mit Darier Hentsch wird bereits auf Ende 2003, also ein halbes Jahr vor dem Plan, abgeschlossen. Mit verwalteten Vermögen von insgesamt 115 Milliarden Franken schliesst LODH zum grössten Konkurrenten Pictet auf. Dank einer neuen Werbekampagne («Anders schauen heisst weiter sehen») und dem Ausbau der Präsenz sowohl in Lausanne als auch in Europa will die älteste Privatbank der Rhonestadt weiterwachsen.


Mirabaud & Cie | 300 bis 400 Millionen


Weil Mirabaud 20 Prozent ihrer Aktiven in Alternativprodukte investiert, konnte sie ihren Gewinn halten. Die verwalteten Vermögen sind mit rund zehn Milliarden Franken ebenfalls stabil geblieben – Grund zur Freude für Pierre Mirabaud, der in diesem Jahr zum Präsidenten der Schweizerischen Bankiervereinigung gewählt worden ist.


Bordier & Cie | 100 bis 200 Millionen


Bordier registriert im laufenden Geschäftsjahr einen erneuten Rückgang der verwalteten Vermögen auf 6,5 Milliarden Franken. Das Institut leidet besonders stark unter dem schwachen Dollar, denn rund ein Drittel der Depotgelder werden in dieser Währung ausgewiesen. Bordier bleibt damit die mit Abstand kleinste der vier Genfer Privatbanken.
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