▶︎ Die KMU: 659 Milliarden Franken

Die KMU – 589’000 an der Zahl – sind das Rückgrat der Wirtschaft. All diese kleinen und mittelgrossen Firmen bieten fünf Millionen Leuten einen Verdienst; zu ihnen gehören Coiffeursalons, IT-Firmen, Gastrobetriebe, Werbeagenturen, die 1 bis 250 Personen beschäftigen. Ihr Umsatz ist oft überschaubar, das gilt auch für den Reingewinn. Trotzdem kommt etwas zusammen, wie die auf KMU-Bewertungen spezialisierte Basler Firma Nimbo errechnet. Basierend auf einem Umsatz-Multiple und realen Kaufangeboten dürfte der Wert der KMU bei gegen 659 Milliarden Franken liegen. Damit steht der Wert je Firma bei etwas über 1 Million Franken.

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Der Wert je KMU beträgt im Durchschnitt über eine Million Franken.

Quelle: Westend61

▶︎ Die Berge: 11,1 Milliarden Franken

Die Schweiz ist das Alpenland schlechthin. Zwei Drittel der Fläche wird von Bergzügen und Schluchten geprägt. Was aber ist ihr Wert? Als Referenzpreis dient der Verkauf des Rhonegletschers im Jahr 1985. Die Zermatter Hotelierdynastie Seiler verkaufte damals ihre Immobilienfirma Gletsch AG, langjährige Eigentümerin des Gletschers, an den Kanton Wallis. Der Verkaufspreis: 4,5 Millionen Franken. Gerechnet wurde mit einem Quadratmeterpreis von 30 Rappen, was heute inflationsbereinigt 45 Rappen entspricht. Daraus ergibt sich ein Gesamtwert fürs Schweizer Gebirge von 11,1 Milliarden. Das Matterhorn hätte – basierend auf dem Rhonegletscher-Verkauf – ein Preisschild von 4 Millionen Franken. Natürlich ist der Marktwert viel höher. Für Zermatt Tourismus ist das «Horu» unbezahlbar.

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Basierend auf dem Rhonegletscher-Verkauf hätte das Matterhorn einen Wert von 4 Millionen Franken.

Quelle: DieterMeyrl

▶︎ Die Häuser: 4400 Milliarden Franken

Wer Häuser besitzt, ist in den letzten Jahrzehnten so richtig reich geworden. Der Marktwert sämtlicher Immobilien plus zugehörigem Boden hat sich gemäss der Immobilienberatungsfirma Wüest Partner in den letzten zwanzig Jahren fast verdoppelt – auf aktuell 4400 Milliarden Franken. Das liegt an der Nachfrage, die durch die Zuwanderung verstärkt wird. Und am wachsenden Reichtum. Die höchsten Quadratmeterpreise werden an der Zürcher Bahnhofstrasse gezahlt. Das legendäre Grieder-Haus ging für geschätzte 450 Millionen von der Credit Suisse an die Swatch Group. Am Paradeplatz, dem Finanzzentrum der Schweiz, werden bis zu 135’000 Franken je Quadratmeter bezahlt. Grösster Boden- und Immobilienbesitzer im Land sind die SBB. Noch immer betreiben sie knapp 800 Bahnhöfe. Ihre Kunstbauten (Brücken, Tunnel und so weiter) werden zu einem Nettobuchwert von 7,8 Milliarden geführt. Mit Gleisen und Weichen sind es 13 Milliarden. Auch als Vermieterin spielt die Bahn eine Schlüsselrolle: Ihre Mieteinnahmen betragen 688 Millionen im Jahr. Grösste private Immobilieneignerin ist Swiss Life, deren 1300 Schweizer Liegenschaften 33 Milliarden wert sind.

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In den letzten 20 Jahren hat sich der Marktwert von Immobilien fast verdoppelt.

Quelle: ALESSANDRO DELLA BELLA

▶︎ Die Autos: 180 Milliarden Franken

Die Schweiz ist ein Premium-Markt. Auch bei der Mobilität hat man es gerne exklusiv, sicher aber bequem und leistungsstark. Und zahlt dafür gerne einen Mehrpreis. Das widerspiegelt der mittlere Neuwagen- Listenpreis: Dieser liegt gemäss Auto-i-dat in der Schweiz bei 50’000 Franken, in Deutschland sind es 10’000 Franken weniger. Occasionen kosten bei uns im Schnitt 24’000 Franken, in Deutschland 17’300 Franken. Daraus lässt sich der Wert der hiesigen Fahrzeugflotte ableiten. Bei rund 4,6 Millionen Personenwagen erreicht dieser 180 Milliarden Franken. Nicht eingerechnet sind 1,5 Millionen Spezialfahrzeuge wie Lastwagen, Traktoren, Bagger, Zweiräder. Ins Tuch gehen auch all die Oldtimer, die in Showrooms und Tiefgaragen aufgereiht sind. Laut Swiss Historic Vehicle Federation zählt die Oldtimer- Flotte 175’000 Exemplare. Der Liebhaberwert des gesamten Veteranenfuhrparks wird auf 7,7 Milliarden Franken geschätzt. Der weitgehend unbekannte Nahrungsmittelunternehmer Albert Spiess gilt übrigens als einer der wichtigsten Sammler weltweit. In seinem Italiener-Portfolio funkeln Exklusivitäten aus den Fabbriche von Lamborghini, Ferrari, Alfa Romeo und Maserati.

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Der Listenpreis für mittlere Neuwagen beträgt in der Schweiz 10'000 Franken mehr als in Deutschland.

Quelle: CHRISTIAN BEUTLER

▶︎ Der Wald: 63,5 Milliarden Franken

Im Gegensatz zu Schwellenländern wie Brasilien oder Indonesien, wo ziemlich rücksichtslos brandgerodet wird, wächst die Waldfläche in der Schweiz, und zwar seit Jahren. Besonders im Alpengebiet dehnt sich der Baumbestand aus, während die Landwirtschaft auf dem Rückzug ist und Raum für eine Renaturierung schafft. Die Besitzverhältnisse sind davon nicht tangiert und erinnern stark ans Mittelalter: Noch immer gehören zwei Drittel der Waldfläche Berggemeinden, Korporationen und Genossenschaften. Bloss ein Viertel des Schweizer Waldes ist in privater Hand. Blätter- oder Nadelwälder bedecken rund zwei Drittel der Landesfläche. Ein Quadratmeter Wald kostet zwischen 1 und 10 Franken, je nach Baumbestand, Erschliessung und Lage. Bei einer Waldfläche von 1,3 Millionen Hektaren im ganzen Land ergibt dies einen Marktwert von 63,5 Milliarden Franken. Der Wald hat freilich einen ungleich grösseren immateriellen Wert. Denn die externen Effekte sind enorm: Bäume schützen Dörfer vor Lawinen, bieten der Bevölkerung Erholung, speichern CO₂, sorgen für Bodenstabilität und für Biodiversität. Und sie lassen sich erst noch zu Bauten oder Möbeln verarbeiten.

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In der Schweiz befindet sich ein Viertel der Waldfläche in Privatbesitz.

Quelle: URS FLUEELER

▶︎ Die Marke Schweiz: 94,6 Milliarden Franken

Die Schweiz ist ein Markenland, in dem das Logo nicht übermässig auffallen darf. Aber alle wissen: Die Uhr oder der Anzug gehören in die oberste Preisklasse. Die zehn wertvollsten Schweizer Marken bringen es gemäss Statista kumuliert auf 94,6 Milliarden Franken. Seit Jahren gilt Nestlé als Mass aller Dinge (Markenwert 19,2 Milliarden). Ihre Top-Brands sind gemäss BrandZ-Ranking weitere Milliarden wert. Als heissester Produktname gilt Nespresso, dessen Wert auf 8,1 Milliarden veranschlagt wird. Allerdings fallen die hiesigen Brand Values im Globalvergleich ab. Die Strahlkraft von Amazon liegt bei 395 Milliarden.

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Nespresso gilt mit einem Wert von 8,1 Milliarden Franken als heissester Produktname der Schweiz.

Quelle: Wollodja Jentsch
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▶︎ Die Konzerne: 1490 Milliarden Franken

Drei Firmen zählen zu den wertvollsten dieser Welt. Das sind Nestlé (320 Milliarden), Roche (290 Milliarden) und Novartis (205 Milliarden). Ihre Börsenkapitalisierung übersteigt das Bruttoinlandprodukt um Längen. Shootingstar unter den Grosskonzernen ist aktuell Zurich, deren Wert sich unter Mario Greco fast verdoppelt hat. Mittlerweile bringts der Versicherungskonzern auf eine Market Cap von 52 Milliarden; damit lässt er UBS (43 Milliarden) oder Credit Suisse (25,6 Milliarden) alt aussehen. Übrigens: Die im Swiss Performance Index erfassten 217 grössten Schweizer Firmen bringen es auf einen Gesamtwert von 1490 Milliarden. Einige Konzerne sind da nicht einmal erfasst, weil sie im Privatbesitz sind, etwa der Rohstoffhändler Vitol oder der Verpackungsriese Tetra Laval.

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Die Schweizer Firmen Nestlé, Roche und Novartis gehören zu den wertvollsten der Welt.

Quelle: GAETAN BALLY
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