Den Tod von «Bernie» Madoff vermeldete zuerst die Nachrichtenagentur AP, inzwischen zogen diverse US-Medien nach. Bernard L. Madoff, geboren 1938, sei im FMC Butner Prison eines natürlichen Todes gestorben; wie die «Washington Post» präzisiert, gebe es auch keinen Bezug zu Covid-19.

Bernard Madoff war 2009 zu 150 Jahren Gefängnis verurteilt worden, nachdem er sich in elf verschiedenen Fällen des Betrugs schuldig bekannt hatte. Der ehemalige Präsident der Nasdaq, hatte in den Neunziger- und Nullerjahren ein weltweites Schneeball-System errichtet, das erst im Gefolge der Lehman-Brothers-Krise einbrach.

Auch eine Medienspekulations-Blase

Einst eine renommierte Persönlichkeit der New Yorker Finanzszene, galt Madoff phasenweise als womöglich grösster Betrüger aller Zeiten – zumindest gemessen an der Schadenssumme. Die Staatsanwälte und Medien sprachen etwa von 65 Milliarden Dollar, welche Anleger mit seinen windigen Papieren verloren hätten.

Allerdings war auch das eine Art Spekulationsblase. Bei genauerem Hinsehen fehlten rund 4 Milliarden Dollar, die in Madoffs Anlagevehikeln parkiert waren.

Und bis heute konnten 80,05 Prozent der Madoff-Gelder wieder aufgefunden und zurückerstattet werden (so die exakte Bezifferung der Justizbehörden). Es ist eine Rückgewinnungsquote, welche die Anleger anderer – quasi «seriöserer» oder strafrechlich irrelevanter – Konkurse neidisch machen könnte. 

(rap)