Bald gehen die Lichter aus. Noch spürt man nichts davon im Manor an der Zürcher Bahnhofstrasse. Hektisch drängen sich dick bemantelte Kunden zwischen Regalen voller Flakons, Make-up und Beauty-Geschenksets, alle auf der Jagd nach den letzten Weihnachtsgeschenken. Parfümwolken hängen im Raum, plärrende Popmusik dröhnt aus den Lautsprechern, an den Kassen bilden sich Schlangen. Ein typischer vorweihnachtlicher Mittwochabend im traditionsreichen Warenhaus – es ist wie ein Besuch in einer fast schon vergangenen Zeit.

Warenhäuser, wie wir sie kennen, sie haben ausgedient. Und wenn Ende Januar nach 35 Jahren Manors Flaggschiff endgültig die Segel streicht, werden die Kunden diesem wohl nicht lange nachtrauern. Einkaufen wird sich radikal ändern. Tausende Arbeitsplätze sind in Gefahr.

Es ist nicht so, dass der Onlinehandel linear wächst und ihm deshalb konventionelle Läden zum Opfer fallen. Es ist vielmehr so, dass das Internet of Things, künstliche Intelligenz, Neurotechnologie, Mixed Reality und die Macht der Daten eine totale Umwälzung bringen. So sieht es zumindest das Gottlieb Duttweiler Institut (GDI). In einer aktuellen Studie heisst es: «Im Raum stehen Entwicklungen, die den Handel pulverisieren werden.»